Show Less
Restricted access

STEFAN ZWEIG UND ELLEN KEY. EINE BIOGRAFISCHE MINIATUR

Briefwechsel zwischen einem jungen österreichischen Dichter und einer schwedischen Philosophin und Gesellschaftsreformerin

Margrit Hansen

Im Jahre 1904 schreibt der junge Stefan Zweig zum ersten Mal an die von ihm verehrte Schwedin Ellen Key. Sie ist über 50, Zweig ist 23 Jahre alt. Es entwickelt sich ein fast 20 Jahre dauernder, vertrauensvoller Briefwechsel.

In diesen Briefen spiegelt sich zunächst die Entwicklung des jungen Dichters wider, später vor allem ungläubiges Entsetzen, als die kulturell verbundenen Menschen und Nationen Europas mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu Feinden werden.

Ab 1915 wird in der Korrespondenz zwischen Zweig und Key deutlich, dass Resignation an Raum gewinnt. Der Krieg als humanitäre Katastrophe und Verbrechen gegen die Menschlichkeit lässt den Glauben an die Kraft von Literatur und Kunst schwinden.

Beide kämpfen aber weiter mit der Schreibfeder für den Frieden und warnen in Wort und Schrift vor Radikalisierung. Sie hoffen weiter, dass ein menschliches Gewissen mittels Sprache nachhaltig angerührt werden kann.

Show Summary Details
Restricted access

Die Briefe

DIE BRIEFE

Extract

Stefan Zweig und Ellen Key etwa um 1903/4,zu Beginn ihres Briefwechsels

Abbildung 3: Zwei Porträts

1904

Wien, I. Rathausstraße 17

Verehrtes Fräulein,

ich lege mein soeben erschienenes Novellenbuch „Die Liebe der Erika Ewald“ in Ihre Hände. Es soll Ihnen bescheidene Nachricht geben, von der großen Verehrung, die stumm in mir die Gelegenheit erwartete, zu Ihnen zu gelangen. Sie machen mich stolz, wenn Sie es lesen; und Sie beglücken mich, wenn Sie diese Stunden dann nicht zu den verlorenen zählen.

getreu und ergebenst

Stefan Zweig

Oby Alvesta63

3/11 1904

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.