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Zuverlässigkeit und Wirksamkeit dynamischer Verweisungen in Vereinssatzungen

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Hanna Gotta

Nach dem «SV-Wilhelmshaven»-Urteil des BGH im September 2016 (II ZR 25/15) stellte sich die Frage nach der Zulässigkeit dynamischer Verweisungen in Vereins- und Verbandsstatuten, die viele Literaturstimmen bereits seit der «Reitsportentscheidung» des BGH im Jahr 1994 (II ZR 11/94) als beantwortet ansahen.
Die Autorin greift dieses Thema auf und untersucht die möglichen Unzulässigkeitsgründe. Sie befasst sich insbesondere mit der Frage, ob die Vereinsautonomie der Verwendung von dynamischen Verweisungen in Verbandsstrukturen entgegensteht. Sie erörtert, welche Anforderungen an die Ausgestaltung von dynamischen Verweisungen gestellt werden müssen und befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit der Bestimmtheit und Publizität der jeweiligen Verbandsstatuten. Dabei unterscheidet die Autorin zwischen verschiedenen Kategorien von Satzungsrecht und untersucht den Schutzumfang des § 25 BGB untersucht.

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2. Forschungskontext

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Der Wertbegriff erlaubt es, aus einer emischen Perspektive heraus aufzuzeigen, warum auf bestimmte sprachliche Variationsmuster zurückgegriffen wird. Das in eine nonchalante Formel gebrachte Warum der Variation ist in der italianistischen Forschung jedoch nicht von großem Interesse; die Beiträge, die sich dem Was und Wie der Variation widmen, überwiegen bei Weitem. Diese Konzentration auf die Varietäten ist historisch begründet, da die Sprachgeschichte Italiens eng und auf vielschichtige Weise mit dem Begriff der Varietät verbunden ist. So ist bereits bei Dante ein Wissen um verschiedene Varietäten zu beobachten und die nachfolgenden Jahrhunderte sind geprägt durch die Suche nach einer gemeinsamen Literatursprache (questione della lingua),68 welche zwangsläufig die Auseinandersetzung mit verschiedenen Varietäten impliziert (vgl. Radtke 2005: 51–52). In der Italianistik hat die „varietätencharakterisierende Betrachtungsweise“ daher eine lange und konsolidierte Tradition (vgl. Radtke 2003a: 359). Die gängigen sprachwissenschaftlichen Modelle zum italienischen Varietätengefüge, die auf Benvenuto Terracinis und Giovan Battista Pellegrinis Modellen aufbauen, fußen im Wesentlichen auf der Gegenüberstellung von Dialekt(en) und Hochsprache und versuchen die soziolinguistischen Dynamiken auf unterschiedliche Weise zu fassen.69 Denn obgleich sich die italienische Halbinsel auch ein halbes Jahrhundert nach dem berühmten Ausspruch Gerhard Rohlfs, Italien falle im europäischen Vergleich durch seine Dialektvielfalt auf,70 immer noch einer ausgeprägten Dialektvitalität erfreut, und zwar ungeachtet der Verbreitung des Standarditalienischen,71 führten zahlreiche außersprachliche Faktoren zu eklatanten (inner-)sprachlichen Veränderungen. Mit der politischen ←45 | 46→Einigung Italiens...

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