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Migration und Zuwanderung

Literarische, soziologische, ökonomische und sprachliche Aspekte

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Edited By Maria K. Lasatowicz and Andrea Rudolph

Im Sommer 2015 erinnerten sich Deutsche daran, dass Deutsche nach 1933 in neue Heimaten aufbrechen mussten. Auch trat zutage, dass ältere Deutsche kollektive Erinnerungen noch einmal erlebten: die Erinnerung daran, am Ende des Krieges mit 12 Millionen weiteren selbst als Flüchtling unterwegs gewesen zu sein. Dennoch schlug das helle Sommermärchen von 2015 in Deutschland und in Österreich sehr schnell in schwarze Prophetien um.

Der Band präsentiert literarische, ökonomische und soziale Aspekte der Migration. Die Herausgeberinnen sind überzeugt, dass der analytische Blick auf die verschiedensten historisch-politischen Konstellationen, seien diese literarisiert oder faktologisch, helfen wird, die jüngsten Probleme und Erfahrungen in einem schärferen Licht zu sehen. Sie setzen damit gegenwärtiger Aufgeregtheit eine Spannungsbewältigung durch geschichtliche Bildung entgegen.

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Ostjüdische Immigranten in Deutschland und Österreich 1918–1933. Ein Blick in die Geschichte und in Joseph Roths Essayfolge Juden auf Wanderschaft: Maria Kłańska

Maria Kłańska

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Abstract: The paper is concerned with the immigration of East European Jews after the First World War and before 1933 to Austria and Germany. I was trying to compare the literary image of the problem in the set of essays by Joseph Roth Juden auf Wanderschaft (1927) with the historical documents on this subject. Roth’s work is a cry of despair, accusing the discrimination of the ‘Ostjuden’ in West Europe and warning them against the dangers of assimilation. In the foreword to the planned 7th edition of the work the author is referring to the fate of Jewish refugees from the Nazi regime and remarking that the sad fate of ‘Ostjude’ as a wandering exile people was common for all Jews who were forced to become refugees from Germany.

Keywords: East European Jews („Ostjuden“), migration, stranger, assimilation, refugee.

Der österreichische Historiker Klaus Hödl beginnt seine Monografie Als Bettler in der Leopoldstadt (1994) mit den folgenden Worten:

„Georg Simmel hat einmal die Ostjuden unter den […] Begriff des ‚Fremden‘ subsumiert. Das ‚Fremde‘, das ist immer auch das Unbekannt-Beängstigende, welches als das ‚Andere‘ von der eigenen Referenzgruppe getrennt und abgesondert wird. Als solches ist es leicht ausmachbar und für Störungserscheinungen im eigenen sozialen Umfeld, für unbegreifbare Diskontinuitäten, belangbar. Als negatives Kontrastbild hilft das ‚Andere‘ auch bei der eigenen Identitätsbestimmung.“1

Das Ziel dieses Aufsatzes soll die Darstellung der Schicksale ostjüdischer Immigranten in Österreich und Deutschland mit besonderer...

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