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Migration und Zuwanderung

Literarische, soziologische, ökonomische und sprachliche Aspekte

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Edited By Maria K. Lasatowicz and Andrea Rudolph

Im Sommer 2015 erinnerten sich Deutsche daran, dass Deutsche nach 1933 in neue Heimaten aufbrechen mussten. Auch trat zutage, dass ältere Deutsche kollektive Erinnerungen noch einmal erlebten: die Erinnerung daran, am Ende des Krieges mit 12 Millionen weiteren selbst als Flüchtling unterwegs gewesen zu sein. Dennoch schlug das helle Sommermärchen von 2015 in Deutschland und in Österreich sehr schnell in schwarze Prophetien um.

Der Band präsentiert literarische, ökonomische und soziale Aspekte der Migration. Die Herausgeberinnen sind überzeugt, dass der analytische Blick auf die verschiedensten historisch-politischen Konstellationen, seien diese literarisiert oder faktologisch, helfen wird, die jüngsten Probleme und Erfahrungen in einem schärferen Licht zu sehen. Sie setzen damit gegenwärtiger Aufgeregtheit eine Spannungsbewältigung durch geschichtliche Bildung entgegen.

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„Fremd bin ich eingezogen …“. Peter Härtling und die Fremde: Elke Mehnert

Elke Mehnert

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Abstract: The capacity of interventive literature is discussed by using the Texts, dealing with the subject of refugee issues, written by the Moravian (German) author Peter Härtling (13.11.1933–10.07.2017). The exemplary Texts are „Der Wanderer“ (The Hiker; 1988): Bozena (1994) and „Djadi, Flüchtlingsjunge“ (Djadi. The refugee-boy, 2016).

Keywords: Härtling, Peter; Moravia; escape; comparison of fate; foreignness

Das Thema „Flucht und Vertreibung“ hat mich lange genug beschäftigt, und vor 10 Jahren drängte es mich, wieder zu meinem „eigentlichen“ Arbeitsgebiet, der komparatistischen Imagologie zurückzukehren.

Wie war ich überhaupt zu dem Vertreibungsthema gekommen? Als „Kind der DDR“ hatte ich mich dafür nicht sonderlich interessiert, denn in der öffentlichen Diskussion spielte das Flüchtlingsproblem schon seit den späten 1940er Jahren keine Rolle mehr.

Es muss etwa um die Jahrtausendwende gewesen sein, dass ich gelegentlich einer Germanistenkonferenz in Łodz den Warschauer Historiker Tadeusz Namowicz und den Breslauer Germanisten Hubert Orɬowski fragte, ob sie Interesse an einer gemeinsamen Publikation in meiner neuen Reihe Studien zur Reiseliteratur- und Imagologieforschung hätten. Beide sagten zu und überraschten mich mit einem Themenvorschlag: „Lassen Sie uns doch gemeinsam mit tschechischen Kollegen den Blick auf die Flucht- und Vertreibungsthematik richten!“ Fremdes und Fremde seien schließlich originäre Sujets der komparatistischen Imagologie. Ich sagte zu, und 2004 konnten wir den Band Landschaften der Erinnerung, Flucht und Vertreibung aus deutscher, polnischer und tschechischer Sicht veröffentlichen. Danach kamen wir von dem Thema eine Weile nicht...

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