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Migration und Zuwanderung

Literarische, soziologische, ökonomische und sprachliche Aspekte

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Edited By Maria K. Lasatowicz and Andrea Rudolph

Im Sommer 2015 erinnerten sich Deutsche daran, dass Deutsche nach 1933 in neue Heimaten aufbrechen mussten. Auch trat zutage, dass ältere Deutsche kollektive Erinnerungen noch einmal erlebten: die Erinnerung daran, am Ende des Krieges mit 12 Millionen weiteren selbst als Flüchtling unterwegs gewesen zu sein. Dennoch schlug das helle Sommermärchen von 2015 in Deutschland und in Österreich sehr schnell in schwarze Prophetien um.

Der Band präsentiert literarische, ökonomische und soziale Aspekte der Migration. Die Herausgeberinnen sind überzeugt, dass der analytische Blick auf die verschiedensten historisch-politischen Konstellationen, seien diese literarisiert oder faktologisch, helfen wird, die jüngsten Probleme und Erfahrungen in einem schärferen Licht zu sehen. Sie setzen damit gegenwärtiger Aufgeregtheit eine Spannungsbewältigung durch geschichtliche Bildung entgegen.

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Eine Flucht, die nie endet. Ambivalenzen im Spannungsverhältnis von Erinnerungsbildern und Identitätskonstruktionen: Hannelore Scholz-Lübbering

Hannelore Scholz-Lübbering

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Abstract: Until the historic turning point in 1989, the one-sided national historiography hindered scientific and literary discussion on East Prussia, the former cradle of Prussia and the later easternmost province of Germany. In German-speaking countries, East Prussia was glorified as a myth in the Old Federal Republic, while it was a taboo in the Soviet occupation zone and in the German Democratic Republic (GDR). This chapter recognizes and analyzes the achievements of Elisabeth Schulz-Semrau, who broke this long-standing taboo with her autobiographical text “The Search for Karalautschi” published in 1984.

Keywords: Königsberg, East Prussia, taboos, souvenir pictures, identity constructions

Ziel meines Beitrages ist es, den autobiografischen Text Die Suche nach Karalautschi. Report einer Kindheit in Königsberg1 (1984) von Elisabeth Schulz-Semrau mit Blick auf Erinnerungsbilder und Identitätskonstruktionen zu beleuchten. Mit diesem Buch eröffnete sie ein neues Auseinandersetzungsfeld der DDR-Literatur mit dem bis dahin noch tabuisierten Thema „Flucht und Vertreibung“. Einbezogen wird auch Drei Kastanien aus Königsberg. Tagebuch einer Reise in das heutige Kaliningrad.2 (1990). Der Erinnerungsraum Ostpreußen blieb auch in ihren weiteren Büchern Wer gibt uns die Träume zurück. Schicksal Ostpreußen (1995), Gerda, das Nuschtchen. Drei Erzählungen zwischen Königsberg und Tangermünde (2007) und Elchritter. Fast ein Märchen aus vergangenen Tagen (2008) ein dominantes Thema.

Auf der Suche nach ihrer Stadt der Kindheit wird Königsberg mehr und mehr zu einem Phantom. Königsberg (preußisch) – Karalautschi (litauisch) – nach 1946 Kaliningrad (russisch)...

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