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Untersuchungen zum Urslavischen: Einleitende Kapitel, Lautlehre, Morphematik

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Georg Holzer

Gegenstand dieses Buches ist das um ca. 600 n. Chr. gesprochene Urslavische. Nach der historischen und geographischen Einordnung und der Bestimmung der soziolinguistischen Funktion dieser Sprache behandelt das Buch theoretisch und empirisch die Frage ihrer Einheitlichkeit. Es folgt die hauptsächlich auf die Lehnbeziehungen des mittelalterlichen Slavischen gestützte Rekonstruktion der Phonetik des Urslavischen und der Lautung und Akzentuierung urslavischer Wörter. Danach werden Bereiche der Morphologie des Urslavischen, insbesondere der Wortbildung, detailliert behandelt, wobei im Wesentlichen auf die Methoden der „generativen Phonologie" zurückgegriffen wird. Auch da wird die urslavische Akzentologie konsequent mitberücksichtigt.

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§ 22. Im Urslavischen war die Jotierung noch nicht vollzogen.

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Zur Jotierung (tj, dj, sj, zj, rj, lj, nj, čj, žj, stj, zdj > t´, d´, š, ž, r’187, l´, ń, č, ž, št´, žd´; generelle Formel: Konsonanten und Konsonantensequenzen + j werden zu den entsprechenden palatalen Größen ohne j) und zu ihrer Datierung siehe Mayer 1931: 28-29, H95b: 250-251, H96b: 93-97, H97: 94, H98a: 67, H98b: 31, H01a: 43 § 29, H05: 51-52 § 20, H07b: 70-72 § 33, H11b: 68-70 § 33. Folgende Wörter und Namen wurden erst nach dem Zustandekommen des jeweiligen Sprachkontakts (also nach ca. 600 n. Chr.), aber nachweisbar vor der Jotierung entlehnt: Entlehnungen in das Slavische: ¶ Lat. *ceresea > rom. *kers’a > nachursl. (entlehnt nach der Zweiten Palatalisierung) *kersjā˙ > kroat. krijȇša ‘Kirsche’. ¶ Zu (angeblich ahd. #stiuro >) ursl. *stjū˙ru «št´irъ» ‘amaranthus, mercurialis’ siehe im „Glossar der Entlehnungen“ s. v. ¶¶ Entlehnungen aus dem Slavischen: ¶ Dt. Göriach < nachursl. *gorjā˙xu aus ursl. *garjā˙nsu «goŕaxъ» L Pl. ‘unter den Bergbewohnern’. ¶ Dt. Döllach < nachursl. *doljā˙xu aus ursl. *daljā˙nsu «dol´axъ» L Pl. ‘unter den Talbewohnern’. ¶ Dt. Flättach < nachursl. *blā˙tjā˙xu aus ursl. *bal˙tjā˙nsu «bolt´axъ» L Pl. ‘unter den Sumpfbewohnern’. Flättach beweist unjotiertes entlehntes tj, weil jotiertes t´ durch dt. k substituiert worden wäre (s. H96b: 93-97, H08b: 89, 95, 100). Zu diesen Lokativ-Plural-Formen s. § 17. ¶ Gr. Γιαβόργιαννη (mit ργι für rj besonders deutlich) < nachursl. *jaworjane < ursl. *ā˙warjā˙ne «avoŕane» ‘Ahornwaldbewohner’. Hier kommt die in diesem Wort bereits erfolgte nachurslavische j-Prothese (s....

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