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Isḥāq Armale: Die Schlimmsten aller Katastrophen für die Christen

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Edited By Amill Gorgis and Dorothea Weltecke

Dieser Band ist die erste deutsche Übersetzung von Isḥāq Armales Buch über den Völkermord im Osmanischen Reich. Der syrisch-katholische Chorepiskopos Isḥāq Armalesbeschreibt in der bereits 1919 veröffentlichten Originalausgabe ausführlich das grausame Schicksal, das die Christen in den Städten Mardin, Diyarbakır, ar-Ruhā (Edessa, Urfa, Urhāy), Aleppo, Sindschar, Cizre, Siirt, Kfarbōrān, Tur ‘Abdin sowie in den Dörfern in dieser Umgebung ereilte. Der Autor berichtet über die Unterdrückung der Menschen und berichtet über Entführungen, Vertreibungen, und Massakern, die sich im Jahre 1895 und in den Jahren 1914 bis 1919 zugetragen haben. Die Übersetzung ist ein wichtiges Zeugnis in der Erinnerung an die Menschen, die dem Völkermord zum Opfer fielen.

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Erster Teil: Die vorausgehenden Ereignisse in Mesopotamien.

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1.Mardin.

Mardin ist eine berühmte und kulturell wichtige Stadt in Mesopotamien. Sie ist auf einem hohen Berg errichtet, auf dem Gipfel steht eine stark befestigte Zitadelle, die nur über schwer zugängliche Pässe erreichbar ist, weswegen sie von den Gelehrten „Herrin der Zitadellen, Zentrum der Belagerung und Verteidigung“ genannt wurde. In der Ǧazīra-Region gab es keine andere Festung, die sie an Unnahbarkeit und Festigkeit übertraf, so dass die Angreifer bei der Belagerung der Stadt ermüdeten und sie nicht erobern konnten. Die Stadt blickt auf Dārā (Dara-Anastasiupolis), Nṣibīn (Nisibis), Sinǧār (Sindschar), Dunaysir, Kfartūt, den Chabur-Fluss, Raʾs al-ʿAyn und die sie umgebenden alten Regionen sowie weitere bekannte Dörfer. Sie wird von vielen anderen starken Zitadellen und hohen Festungen umgeben, so dass es kaum möglich war, sie zu bezwingen, deswegen wurde die Stadt im Aramäischen „Merdīn“ genannt, was „Festungen“ bedeutet. Eine spätere Übersetzung ins Arabische lautete „Mardūn“. Ich sehe es so, dass „Mārdīn“ auf die Vielzahl der Festungen und deren Uneinnehmbarkeit hindeutet.

Die Herrscher ließen sich in der Stadt prachtvolle Paläste und geräumige Häuser bauen, tiefe Brunnen anlegen und die Böden mit verschiedensten Sorten von Bäumen bepflanzen, damit sie die Stadt, wenn sie vom Feind angegriffen wurde, halten und verteidigen konnten. So wurden Mardin und seine Umgebung zu einem miteinander verflochtenen Gebiet, um dessen Eroberung die Herrscher und Heerführer der Region...

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