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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Lucius Apuleius: Metamorphoses („Asinus aureus“)

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Die „Metamorphosen“1 des Apuleius aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert, deren Nachwirkung von Raffaels Deckenfresko in der römischen Villa Farnesina bis zu Schikaneders „Zauberflöten“-Libretto reicht, sind der älteste vollständig überlieferte Roman der Antike. Ihr fehlt für diese Art der Erzählung die Begrifflichkeit, da der Roman als Erfindung des hellenistischen Zeitalters in der von Aristoteles lange zuvor entwickelten und im wesentlichen unverändert gebliebenen Gattungstheorie noch keinen Platz gehabt hatte. Seine Kennzeichen sind die Fiktion des Inhalts und die Prosaform der Erzählung. Manche Elemente – so die Ich-Form oder die Rahmentechnik – gehen bis auf die homerischen Epen zurück, nicht selten wird auf ältere Werke der Erzählkunst parodistisch angespielt.

In literatursoziologischer Hinsicht ist das Werk ein herausragendes Zeugnis für den wachsenden Anteil solcher Autoren an der römischen Literatur, die aus den Provinzen an den Rändern des Imperium Romanum gekommen waren, zunächst aus Gallien und Spanien, dann aus Afrika. Wie Apuleius stammte auch der Kirchenvater Augustinus aus Afrika, der den Eselsroman seines Landsmanns außerordentlich geschätzt, ja vielleicht den Paralleltitel „Der Goldene Esel“ aufgebracht hat. Angesichts der eigenen Metamorphose des Augustinus vom jugendfrischen Lebemann zum altersfrommen Bischof dürfte er das Werk nicht nur als Allegorie gelesen, sondern auch die pikanten Partien genossen haben.

Leitmotive des Romans sind bestrafte Neugierde, der Widerspruch von Sein und Schein, auch die Unmöglichkeit, sich selber von einem Übel zu erlösen. Der Ich-Erzähler Lucius besucht einen Gastfreund und...

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