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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Tue keinem Mädchen Leides, und denke, daß Deine Mutter auch ein Mädchen gewesen ist.“ Gedenkblatt für Matthias Claudius nach 200 Jahren

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„Es ist mit den Jahren doch sehr merkwürdig und artig, wie immer eins so hinter dem andern hergeht, und sich mit der Akkuratesse anschließt, daß nie eine leere Stelle dazwischen wahrgenommen wird. Man kann sich dieses gar schön unter dem Bilde einer Schlange vorstellen die ihren Schwanz im Munde hat, oder auch unter dem Bilde eines Rades, darauf ein Übeltäter geflochten ist, und ich würde das Rad noch vorziehen. Denn sind wir Menschen nicht gleichsam von der Hand des Schicksals aufs Rad der Jahre geflochten?“ Mit dem alten Bild, das zur damaligen Ossian-Begeisterung des Sturm und Drang besser paßt als zu einem vermeintlich besonders frommen Dichter, eröffnete Matthias Claudius 1770 den neuen Jahrgang der „Hamburgischen Adreß-Comtoir-Nachrichten“, für die er damals die „Gelehrten Sachen“ schrieb, jenen Teil der Zeitung also, den wir heute Feuilleton nennen. Die kontinuierliche Umdrehung der Jahre hat inzwischen zwar längst schon auch seinen 200. Todestag hinter sich gelassen, aber nicht viel daran geändert, daß seiner meist als eines naiven und frommen Hausvater-Poeten gedacht wird, obgleich er alles, alles, nur nicht dies gewesen ist.

Claudius hat rund 200 Gedichte geschrieben, darunter einige der zweifellos schönsten der deutschen Literatur, die bedeutende Komponisten zu Vertonungen veranlaßt haben1: allen voran Franz Schubert. Dieser komponierte – in auffälliger Nähe zu Claudiusʼ Todesjahr – 1815 oder 1816 das „Lied. Ich bin vergnügt“, 1816 das „Abendlied“, die „Klage um Ali Bey“, „Bei dem Grabe meines Vaters“, „Phidile. Ich...

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