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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Leo Nikolajevic Tolstoj (1828–1910): Voskresenie (‚Auferstehung‘)

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Von den Schlachtfeldern von Austerlitz und Borodino zu hauptstädtischen Bällen, von friedlichen Gutshöfen zu den rauchenden Trümmern Moskaus spannt sich der Raum in Tolstojs erstem großen epischen Werk, dem Kriegsroman „Vojna e mir“ („Krieg und Frieden“, 1858/69). Nicht geringere Gegensätze spiegeln sich in den Charakteren der vielen Figuren, den fiktiven Frauengestalten der gefühlvollen Natascha und der berechnenden Vera etwa, besonders aber in den historischen Gegenspielern, dem selbstherrlichen Napoleon und dem demütigen Kutuzow, dem Oberbefehlshaber der Russen. Das aus Familienerinnerungen, Memoiren und anderen Dokumenten gespeiste Werk, das sein Autor mit der homerischen „Ilias“ in einem Atemzug nannte, entlarvt alles heroische und militärische Auftrumpfen als leere Pose. Führende Pazifisten wie Romain Rolland haben sich immer wieder auf diesen Roman Tolstojs berufen. Gehetzt von einander ablösenden äußeren Ereignissen, suchen die Personen des Romans den Sinn ihrer Existenz im unübersichtlichen Gemenge von egoistischem Machtstreben, dekabristischen Freiheitsidealen, leidenschaftlicher Slawophilie, Proudhonscher Geschichtsphilosophie und selbstlosem Opfermut.

„Krieg und Frieden“ hat als historischer Roman eine entscheidende Phase der russischen Vergangenheit zum Thema, und als Leitmotiv durchzieht das Werk die Idee des Volks. „Anna Karenina“ (1878) dagegen, Tolstojs zweiter großer Roman, der das französische Modell der „adultère“-Erzählung von Balzac und Flaubert mit demjenigen des englischen Familienromans verbindet, spielt nicht mehr vor historischem, sondern vor zeitgenössischem Hintergrund. Er ist in Form und Inhalt noch strenger antithetisch konstruiert. In den parallelen Handlungssträngen – der St. Petersburger Ehebruchgeschichte Annas und ihres...

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