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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Hugo von Hofmannsthal

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1 wuchs als einziges Kind in einer begüterten Wiener Familie auf. Der Urgroßvater väterlicherseits war in der ungarischen Seidenraupenzucht zu Reichtum gelangt, hatte als Philanthrop Ansehen erworben und war 1835 als „Edler von Hofmannsthal“ in den erbländischen Adelsstand erhoben worden. Sein Sohn brachte das lombardische Zweighaus zur Blüte und konvertierte bei seiner Heirat vom jüdischen zum katholischen Bekenntnis. Hofmannsthals Vater, Jurist und Direktor der Wiener Central-Bodencreditanstalt, „eine vornehme und höchst gewinnende Gestalt, von reicher Bildung, sicherem und weltmäßigem Urteile der zur zweiten Natur gewordenen Diskretion“ (Rudolf Borchardt), entstammte einer seit langem in Wien ansässigen Fabrikantenfamilie. Die Mutter, geb. Fohleutner, von nervöser und kränklicher Veranlagung, war die Tochter eines Richters.

Noch als Schüler des Akademischen Gymnasiums veröffentlichte Hofmannsthal unter dem Pseudonym Loris in dem Wiener Unterhaltungsblatt „An der schönen blauen Donau“ die Sonette „Frage“ und „Was ist die Welt?“ und erhielt durch den Schriftsteller Gustav Schwarzkopf Zugang zu dem im Café Griensteidl verkehrenden Kreis der Autoren der Wiener Moderne. Dort gewann er die Freundschaft von Hermann Bahr, Richard Beer-Hofmann, Felix Salten, Arthur Schnitzler u.a.

Hofmannsthal studierte an der Wiener Universität zunächst 1892–1894 Jus bis zum ersten Staatsexamen, leistete bis 1895 ein Freiwilligenjahr beim Dragonerregiment in Brünn und Göding ab und studierte dann bis 1899 Romanistik. Er besuchte auch Kollegs bei Ernst Mach, dessen Werk „Analyse der Empfindungen“, die „Philosophie des Impressionismus“ (Bahr), Hofmannsthal bereits 1891 gelesen hatte. Nach...

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