Show Less
Restricted access

Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

Show Summary Details
Restricted access

„Cristinas Heimreise“ (1910)

Extract

Auf der Rückreise von Venedig nach Rodaun schrieb Hofmannsthal am 19. Juli 1907 aus Tirol an seinen Vater (B II, S. 281), er sei überschwemmt von Einfällen und habe an dem Tag das vollständige Szenarium zu einer Komödie notiert, die „entfernt ähnlich dem Abenteurer“ sei. Diese „fast quälende Lust, sowohl zu schreiben, als Künftiges zu notieren“ (BW F. Oppenheimer II, S. 14, an Felix Oppenheimer vom 19. Juli 1907) führte ihn dazu, sich an diverse Komödiensujets gleichzeitig zu machen, von denen einige – wie z.B. „Silvia im >Stern<“ – Fragment geblieben sind. Schon während einer früheren Venedig-Reise hatte Hofmannsthal 1898 das Stück „Der Abenteurer und die Sängerin“ entworfen und niedergeschrieben, das der „Lust“ entsprungen war, „aus einer kleinen Geschichte in der Biographie des Casanova [,]; eine venezianische Comödie zu machen“ (Brief an Otto Brahm vom 2. Oktober 1898, SW V, S. 486).

Das Venedig des 18. Jahrhunderts mit seiner Mischung aus Schönheit und Verfall blieb die Kulisse auch für das erste eigentliche Lustspiel des Dichters, „Cristinas Heimreise“, das wie der „Abenteurer“ die Stabilität von Ehestand und Familienleben mit der Unbeständigkeit sinnlicher Zügellosigkeit kontrastiert. War der Abenteurer Baron Weidenstamm ein alter Casanova, dem die im Untertitel erwähnten „Geschenke des Lebens“ (d.h. Gattin und Kind) vorenthalten blieben (obwohl Cesarino, der vermeintliche junge Bruder seiner ehemaligen Geliebten Vittoria in Wirklichkeit sein Kind ist), so ist Florindo, der Cristina verführt und verläßt,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.