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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Eine sehr freche und leichtbeschwingte Danae“: Hofmannsthals gescheiterter Operettenplan für Richard Strauss

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Im Juni 1916 – noch mitten in den Entwürfen zur Musik zum dritten Akt der „Frau ohne Schatten“ und kurz vor dem Abschluß des Neuen Vorspiels zur „Ariadne“ – erbat sich Strauss von Hofmannsthal das Libretto zu einer „politisch-satirisch-parodistischen Operette“. Fühle er sich doch „geradezu berufen zum Offenbach des 20. Jahrhunderts“.

Nach der jahrelangen gemeinsamen Arbeit an der symbolbeschwerten Märchenoper, in der sich die Geschicke von Kaiser- und Färberspaar verschlingen, kam der Wunsch des Komponisten nach einem leichten Stück auch den Vorstellungen des Dichters entgegen. Eine Zeitlang dachte dieser an eine politische Komödie, deren Ton sich an den Dialogen Lukians hätte orientieren sollen wie in dem Fragment gebliebenen Lustspiel „Timon der Redner“. Während Strauss sich in den Folgejahren wiederholt nach einem lukianschen Libretto im Konversationsstil erkundigte, hatte sich Hofmannsthals Phantasie auf zwei mythologische Dramen konzentriert, die er mit der „Ariadne auf Naxos“ zu einer zweiten Reihe seiner „Kleinen Dramen“ vereinigen wollte: „Die ägyptische Helena“ und „Danae oder die Vernunftheirat“.

Aus dem Dezember 1919 und dem ersten Quartal des Jahres 1920 stammen die meisten der 50 Notizen zur „Danae“ sowie zwei Szenarien, welche die Handlung der geplanten drei Akte skizzieren. Gegenüber dem Dichter-Philosophen Rudolf Pannwitz äußerte Hofmannsthal, das Ganze, eine „sehr freche und leicht beschwingte Danae“, bewege sich „zwischen dem Mythischen, dem Gold und Geld und der Ironie des Geldes und dem orientalischen Märchen hin und her“ und erinnere „an griechische Vasen, an Raimund, (sehr entfernt) an Gozzi...

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