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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Woraus soll der Dichter schöpfen?“ Hofmannsthals Textbuch zur „Frau ohne Schatten“ und seine Quellen

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Seit dem Abschluß des „Rosenkavalier“ – am 26. Januar 1911 hatte nach einigen Verschiebungen endlich die Dresdner Premiere stattgefunden – beschäftigten Hofmannsthal mehrere Pläne nebeneinander: der „Lucidor“-Stoff, aus dem anderthalb Jahrzehnte später das Libretto der „Arabella“ hervorging, die gleichfalls erst nach Kriegsende zum Abschluß gelangte Komödie „Der Schwierige“, die erste Fassung der „Ariadne auf Naxos“, dazu schließlich „eine Art Melodram, Volksstück mit Musik“ unter dem Titel „Das steinerne Herz“. Als Strauss den einem Hauffschen Märchen entlehnten Titel erfuhr, begeisterte er sich sofort an „Naturstimmungen“ und „deutschem Wald“. Hofmannsthal wehrte solche Vorstellungen ab: Die „Natursphärenszenerien“ habe Wagner erschöpft, „dagegen bleiben Herz und Schicksal, schlagendes Herz und erstarrtes Herz als Grundmotiv“, schrieb der Dichter dem Komponisten im Januar 1911. Wenig später muß Hofmannsthal den Plan zum „Steinernen Herz“ aufgegeben haben, rettete das „Grundmotiv“ aber in „Die Frau ohne Schatten“.

Vom 25. Februar 1911 stammt eine „erster Einfall (Die Frau ohne Schatten)“ überschriebene Notiz:

Eine phantastisch-komische Oper im Stil des Gozzi. Im Mittelpunkt eine bizarre Figur wie Straussʼ Frau. Frau die ihre Kinder aufgeopfert hat, um schön zu bleiben (und ihre Stimme zu erhalten). Am Schluss bringen Genien der Frau ihren Schatten und das Kind kommt in einem goldenen Kästchen den Fluss herabgeschwommen. (Gozzi nachlesen.) Die Elemente der Zauberflöte: Knaben. Priester. Damen der Königin der Nacht. Thiere. Fackeln. Tempeleingang. Auf einer Insel? Oder an einem Flusse, analog der Situation in Goethes „Märchen“.

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