Show Less
Restricted access

Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

Show Summary Details
Restricted access

„Können Sie den Leuten nicht verbieten, über ‚Arabella‘ zu schreiben, bevor sie zum mindesten fertig ist?“

Extract

Am 9. Mai 1929 – Hofmannsthal war zu jener Zeit mit der Neufassung des ersten Akts der „Arabella“ befaßt – fragte Richard Strauss den Dichter brieflich: „A propos, von wem stammt denn der unglaubliche Artikel unlängst im ‚Wiener Journal‘: Skizze zu ‚Arabella‘? Können Sie den Leuten nicht verbieten, über ‚Arabella‘ zu schreiben, bevor sie zum mindesten fertig ist?“1

Anlaß der Frage war der im folgenden wiedergegebene Artikel aus dem „Neuen Wiener Journal“ vom 2. Mai 1929:2

DIE NEUESTE RICHARD-STRAUSS-OPEREine Textskizze Hugo v. Hofmannsthals zu „Arabella“

Unter den Plänen, die Dr. Richard Strauß [!]; zunächst auszuarbeiten gedenkt, steht, wie er selbst kürzlich angab, die eine Oper „Arabella“ an erster Stelle. Sind auch die Vorarbeiten zu diesem Werke noch nicht abgeschlossen, so ist dieser künstlerische Entschluß doch so fest, daß man einem Einblick in das entstehende Werk, wenn auch nur von der Seite des Textes, Interesse entgegenbringen wird. Durch kleine Andeutungen wurde von Doktor Strauß selbst der Inhalt verraten. Die Oper heißt „Arabella“ und führt zurück in das Wien der siebziger Jahre. Einen solchen Stoff mit demselben Namen hat der Dichter Hugo v. Hofmannsthal vor Jahren zum Vorwurf einer „ungeschriebenen Komödie“ gemacht. Was er davon veröffentlichte, war der Umriß einer der schönsten Novellen, die wir in deutscher Sprache besitzen. Wenn auch dieser Komödientext bis zu seiner Grundlage für die Oper von Richard Strauß einige Wandlungen durchmachen muß, so dürften die Grundz...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.