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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Die österreichische Ballkultur des 19. Jahrhunderts in Hugo von Hofmannsthals Operndichtung „Arabella“

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Seit 1770 etwa verdrängten Dreher, Ländler und Deutsche – alte Volkstänze, an deren Form bald der Walzer mit seinem Dreivierteltakt und der betonten Eins anknüpfte – das höfische Menuett bei den Tanzveranstaltungen des deutschen Bürgertums.1 Im 19. Jahrhundert traten überkommene Gesellschaftstänze wie Ländler, Tyrolienne, Quadrille und Mazurka zurück und wurden in den Ballsälen bald abgelöst von Tänzen wie Écossaise (etwa 1800–1835), Polka (seit etwa 1830) mit ihren jüngeren Nebenformen Galopp, Rheinländer und Polkamazurka, schließlich von Csárdás und Cancan.

Haupttanz jedes Balles indes wurde der Walzer, dessen ursprüngliche Form des langsamen Drehers mit achttaktiger Periode nach Art des Ländlers bald vom schnellen Wiener Walzer, dem Langaus, überflügelt wurde.2 Seit dem Wiener Kongreß eroberte der Wiener Walzer die Herrschaft auf höfischen und bürgerlichen Bällen auch außerhalb Österreichs und Deutschlands – trotz dem beharrlichen Widerstand einiger Höfe, darunter des preußischen, gegen den ‚revolutionären‘ Rundtanz.3 Josef Lanner und Johann Strauß Vater und Sohn vollendendeten die ←511 | 512→Entwicklung des Wiener Tanzwalzers mit den weit ausladenden Melodien der nunmehr sechzehntaktigen Periode und mit der zyklischen Form.4

Vom Wiener Hof sogleich akzeptiert, wurde der Walzer derjenige Tanz, der – weil auf allen Bällen gleich beliebt – die ständische Hierarchie in der Wiener Redoutenkultur des 19. Jahrhunderts überbrückte, wenngleich sich die ständische Hierarchie, dadurch daß jeweils einzelne der genannten Tänze bei je bestimmten Bällen...

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