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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Der Unbestechliche“ (entstanden 1923, veröffentlicht posthum)

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Hofmannsthals letzte abgeschlossene Komödie greift mit ihrem Titel auf eine historisch belegte Bezeichnung Robespierres zurück. Hofmannsthal war ihm als Bühnenfigur in Georg Büchners Drama „Dantons Tod“ begegnet, das er in der von Karl Emil Franzos besorgten Ausgabe von 1880 kennengelernt hatte. Büchners Gesamtwerk wurde für Hofmannsthals Arbeit von dauerhafter Bedeutung. In die von ihm für den Insel-Verlag besorgte Sammlung „Deutsche Erzähler“ (1912) nahm er die Novelle „Lenz“ auf, die von den Wahnvorstellungen des Sturm-und-Drang-Dichters handelt. 1913 schlug Hofmannsthal Stefan Großmann, dem Gründer der Wiener Volksbühne, brieflich vor, den „Woyzeck“ aufzuführen (Neue Rds. 1981, 2, S. 100). Den Vorschlag zu einer Büchner-Aufführung wiederholte er dem Komponistenfreund Clemens von Franckenstein gegenüber, der damals die Münchner Hofoper leitete (SW Bd. 24, S. 207; zuerst in: Für Rudolf Hirsch zum 70. Geburtstag am 22. Dezember 1975). Wollte man sich auch „Dantons Tod“ vornehmen, so würde er die Aufgabe übernehmen, den Kontrast Danton-Robespierre hervorzuheben, auch wenn ihm „Wozzeck“ „vielleicht doch das leichtere und dankbarste Experiment“ zu sein scheine. Alfred Roller würde sogar die Skizzen zur Dekoration schenken und Hofmannsthal mit 500 Mark aus der eigenen Tasche zum Projekt beitragen (12.05.1913 an Clemens von Franckenstein – Für R. Hirsch 1975 – Regest 1558). Am 8. November 1913 wurde Büchners „Woyzeck“ in der Einrichtung Hofmannsthals uraufgeführt (Regest 1585) und erlebte anschließend weitere Erfolge an diversen deutschen Bühnen. Hofmannsthals Begeisterung für Büchner blieb von...

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