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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Seit Max Reger meine ersten Gedichte vertont, hatte ich immer in Musik und mit Musik gelebt.“ Die Dialektik von Sprache und Musik im Werk Stefan Zweigs

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Mit dem „Kunstfanatismus“ der Wiener, der ihm schon als Kind aus großbürgerlichem Hause zu eigen war, eröffnet Zweig seine Memoiren und erwähnt, wie die Angehörigen der älteren Generation seiner Mitbürger, als das „alte“ Burgtheater niedergerissen wurde, Splitter der Bühnenbretter sammelten und als Reliquien heimtrugen – zur Erinnerung an einen Ort, wo u.a. „Mozarts ‚Hochzeit des Figaro‘ zum erstenmal erklungen“2 war. Mit ähnlicher Leidenschaft hatte er zusammen mit seinen Altersgenossen vergebens gegen den Abriß des sogenannten Bösendorfersaals gekämpft:

An sich war dieser kleine Konzertsaal, der ausschließlich der Kammermusik vorbehalten war, ein ganz unbedeutendes, unkünstlerisches Bauwerk […]. Aber er hatte die Resonanz einer alten Violine, er war den Liebhabern der Musik geheiligte Stätte, weil Chopin und Brahms, Liszt und Rubinstein darin konzertiert, weil viele der berühmten Quartette hier zum ersten Male erklungen. Und nun sollte er einem neuen Zweckbau weichen: es war unfaßbar für uns, die hier unvergeßliche Stunden erlebt. Als die letzten Takte Beethovens verklangen, vom Roséquartett herrlicher als jemals gespielt, verließ keiner seinen Platz. Wir lärmten und applaudierten, einige Frauen schluchzten vor Erregung, niemand wollte es wahrhaben, daß es ein Abschied war.3

Aus diesen und vielen anderen Episoden und Details wird offenbar, wie wichtig die Musik schon für den jungen Zweig gewesen war. Als der Bösendorfersaal 1913 geschlossen wurde, war Zweig mit den „vier Geschichten aus dem Kinderland“, die 1911 unter dem Titel „Erstes Erlebnis“ erschienen waren,...

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