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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Blick her auf mich, Musik gewordnes Leiden … Weil ich Erfüllung bin, heiß ich das Scheiden …“ Zu Rudolf Borchardts „Autumnus“-Gedichten Mit einem Anhang: Anregungen Hugo von Hofmannsthals für seine Operndichtung „Die Frau ohne Schatten“ aus der Lektüre von Borchardts „Herbstsonetten“

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Gib mir die Hand und schaue nicht zurück –

In welchem Traume gehen wir –

Frage mich nicht, ich weiß es nicht,

Doch die Straße kennt ihr Ziel.1

Im Februar 1925 unterrichtete Rudolf Borchardt in der Zeitschrift des Lesezirkels Hottingen ein Zürcher Publikum über Benedetto Croce, wenige Tage, bevor dieser vom einstigen Katheder des großen Philologen Francesco de Sanctis sprechen sollte:

Die Wiederentdeckung der geistigen Welt Deutschlands […] durch Benedetto Croce, beginnend als persönlicher Akt der Selbstbesinnung und Kultur, sich fortsetzend als dialektische Auseinandersetzung in Ausscheidung, Überwindung und Neuformung, endend in Ausbildung und Anwendung einer frei gedachten Welt als Ausdruck der fertig gewordenen Persönlichkeit, hat sich darstellend und schriftstellerisch vollzogen ←563 | 564→und auf dem Wege als ihr eigentliches Ziel die Aufgabe erkannt, nicht sowohl […] die deutsche geistige Welt, oder gar Deutschland und deutschen Einfluß, als vielmehr […] das geschichtlich gewordene Europa in das längst von Europa abgeschnittene Italien einzufügen und beides durcheinander zu regeln.2

Man braucht in diesen Sätzen nur jeweils die Begriffe „Deutschland“ und „Italien“ zu vertauschen, um sie als ein Bekenntnis dessen lesen zu können, was der deutsche Laudator zeitlebens selbst angestrebt hatte. Borchardt, der sich gegen nichts und niemanden mit lauen mittleren Empfindungen verhalten konnte, sondern nur entweder in bedingungsloser Verehrung oder zermalmendem Haß, glaubte auch darin dem Neapolitaner verwandt zu sein, und fuhr mit spürbarer Freude an dessen literarischen „Vernichtungsschlachten“ fort:

Croce entriß den...

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