Show Less
Restricted access

Reisen in der deutschen Literatur: Realität und Phantasie

Series:

Edited By Berta Raposo and Christian Prado-Wohlwend

Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich mit dem Themenkomplex Reise in all seiner Bandbreite, von der imaginierten Reise in phantastische oder reale Länder bis hin zur Niederschrift oder Chronik von Reiseimpressionen. Die Sichtweise des Mittelalters findet genauso Interesse wie die ästhetischen Haltungen des angehenden 21. Jahrhunderts. Die Bildungsreise, der Massentourismus, die imaginäre Reise, die Reiseutopie u. a. kommen in Texten der deutschen Literatur aus mehreren Jahrhunderten zum Ausdruck. Sie ermöglichen es dem Leser und der Leserin, spannende Einblicke in die Literatur des Reisens zu erwerben.
Show Summary Details
Restricted access

Ein Vorwort (Reinhold Münster)

Extract

Ein Vorwort

Reinhold Münster

Hochschule für angewandte WissenschaftenWürzburg-Schweinfurt

Seit seinen Anfängen in der dunklen Steinzeit war der Mensch unterwegs, wanderte als Nomade durch liebliche Auen, sumpfige Tundren, dichte Urwälder, durch Wüsten oder über die Gebirge, jagte, kämpfte, sammelte Früchte und Wurzeln, besuchte benachbarte Clans oder Heiligtümer, schweifte durch die Lande und erkundete dabei die Natur. Seine Heimat war da, wo er seine Zelte aufschlug. Die Tatsache, dass der Mensch unterwegs war und noch immer ist, real und in der Sprache und Kultur, könnte als eine anthropologische Konstante definiert werden. In der Philologie und Philosophie sprach man im 20. Jahrhundert vom „unbehausten Menschen“ und von dessen „transzendentaler Obdachlosigkeit“. Die Erfahrungen der displaced persons nach zwei grauenhaften Weltkriegen trugen zu einer solchen Bewertung bei.

Mit der Sesshaftigkeit des Menschen änderte sich sein Verhalten. Nun existierte ein festes Haus, ein Dorf, eine Stadt, ein Mittelpunkt, von welchem aus er seinen Horizont erweiterte, andere Kulturen und den Raum um sich herum wahrnahm. Zu diesem Zentrum kehrte er in der Regel zurück. Das konnte, einmal von zuhause aufgebrochen, eine kurze Strecke von kurzer Dauer sein, eine kleine Wanderung, ein Spaziergang oder Ausflug durch die Gärten, halb Zivilisation, halb Wildnis, rund um die Stadt liegend, oder aber eine lange Distanz, wobei der Weg manchmal eine gefühlte Ewigkeit dauern konnte. Manche brachen auf und kehrten nicht wieder zurück. (Sie traten vielleicht die Reise ins Jenseits...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.