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Reisen in der deutschen Literatur: Realität und Phantasie

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Edited By Berta Raposo and Christian Prado-Wohlwend

Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich mit dem Themenkomplex Reise in all seiner Bandbreite, von der imaginierten Reise in phantastische oder reale Länder bis hin zur Niederschrift oder Chronik von Reiseimpressionen. Die Sichtweise des Mittelalters findet genauso Interesse wie die ästhetischen Haltungen des angehenden 21. Jahrhunderts. Die Bildungsreise, der Massentourismus, die imaginäre Reise, die Reiseutopie u. a. kommen in Texten der deutschen Literatur aus mehreren Jahrhunderten zum Ausdruck. Sie ermöglichen es dem Leser und der Leserin, spannende Einblicke in die Literatur des Reisens zu erwerben.
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Die Reisende als Erinnernde. Über Katja Petrowskajas Reise in den Osten als Reise in die Vergangenheit (Sanna Schulte)

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Die Reisende als Erinnernde. Über Katja Petrowskajas Reise in den Osten als Reise in die Vergangenheit

Sanna Schulte

Universität Wien

Abstract: Based on Katja Petrowskaja’s stories Vielleicht Esther, this contribution will explore the idea that the text combines the linearity of travel and writing. It will also illustrate the potential of memory that lies in travelling to the East.

Keywords: Travel Literature, Petrowskaja, Memory, Narrating, Survival

Die Journalistin Katja Petrowskaja hat 2014 mit ihrem literarischen Debüt Vielleicht Esther1 eine autobiographische Geschichtensammlung2 vorgelegt, deren Rahmenhandlung eine von der Autorin unternommene Recherchereise in die Archive Europas ist. Die Erzählerin entwirft anhand der Rekonstruktion der Geschichte ihrer Familie ein phantastisches Zusammenspiel von Gegenwart und Vergangenheit und eine Momentaufnahme verschiedener Erinnerungsstrategien und -orte in Europa. Die Reise kann als eine sich zwischen den zentralen Punkten Berlin und Kiew erstreckende Suche nach der Familiengeschichte gelesen werden, die sich im Kontext der Shoah und des Massakers von Babij Jar verortet und gleichzeitig die Frage nach der Möglichkeit eines gegenwärtigen Erzählens von den Leerstellen der Vergangenheit stellt.

In meinem Beitrag werde ich erstens der Idee nachgehen, dass der Text die augenscheinliche Linearität von Reisen und Schreiben zu verbinden sucht. Die körperlichen Bewegungen des Reisens, Zugfahrens und Gehens fällt nicht nur mit einer Aneignung von Erfahrung zusammen, die sich im Schreibprozess manifestiert, sondern korrelieren darüber hinaus mit einer geistigen Bewegung in der Zeit, in der Erinnerung...

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