Show Less
Restricted access

Kleine Texte

Series:

Edited By Steffen Pappert and Kersten Sven Roth

Kleine Texte sind meist multimodale Erscheinungsformen, die in vielerlei Hinsicht unsere Alltagserwartungen an das, was Texte sind und sein können, in Frage stellen. In unserem kommunikativen Alltag sind wir umzingelt von zahllosen Kommunikaten, denen wir uns kaum entziehen können. Trotz dieser Allgegenwart sind linguistische Untersuchungen zum Thema «Kleine Texte» immer noch rar gesät. Diese Kluft zwischen alltäglicher Relevanz und textlinguistischem (Des-)Interesse soll der vorliegende Band verringern. Die im Band versammelten Beiträge zeigen zum einen verschiedene Zugriffsmöglichkeiten auf den Gegenstand Kleine Texte und seine begriffliche Eingrenzung. Das Spektrum der Beiträge reicht dabei zum anderen von theoretisch-begrifflichen über empirische bis hin zu dezidiert angewandten Arbeiten.

Show Summary Details
Restricted access

Kleine Texte des Alltags: Was uns z.B. Zigarettenschachteln alles sagen und zeigen können

Nina-Maria Klug

Extract

Abstract: This article outlines some characteristics of small texts. Using the example of warnings and advertisements on cigarette packets, it describes some strategies of communicative conciseness that small texts typically use to achieve their communicative goals in an effective way. The focus is on multimodal strategies that are based on not having to explicitly say everything that is to be understood.

Keywords: multimodal textdiscourseargumentationcommunicative concisenessbrevity

Kleine Texte1 begegnen uns täglich und überall. Sie spielen in unserem kommunikativen Alltag eine große Rolle, nehmen in ihm wichtige Aufgaben ein und helfen dabei, unser gesellschaftliches wie privates Leben zeichenbasiert zu organisieren. Als kommunikative Handlungen, mit denen Produzierende spezifische Beziehungen zu Rezipierenden herzustellen versuchen (vgl. Brinker/Cölfen/Pappert 2018: 16), sind sie i.d.R. „in einem kaum überbietbaren Sinne praktisch, d.h. auf etwas bezogen, das über die Lektüre als Selbstzweck hinausgeht“ (Hausendorf 2009: 9; Hervorhebung im Original). Sie können nicht nur dazu dienen, ganz alltägliche Situationen und Handlungskontexte, z.B. den Bezahlvorgang an einer Supermarktkasse zu strukturieren (vgl. Abb. 1.1). In bestimmten Zusammenhängen können sie sogar lebensrettende Funktionen einnehmen, indem sie beispielsweise auf Notausgänge hinweisen, an das richtige Verhalten in Ausnahmesituationen appellieren oder Rettungskräfte im ←191 | 192→medizinischen Notfall über relevante Vorerkrankungen und überlebensnotwendige Medikamente informieren, auf die eine zu behandelnde Person angewiesen ist (vgl. Abb. 1.2 und Abb. 1.3).



Abb. 1: Kleine Alltagstexte aus dem Jahr 2020. 1.1: Texte auf einem Kartenlesegerät im Supermarkt; 1.2: Text auf einem...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.