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Semantische und pragmatische Aspekte der Grammatik

DaF-Übungsgrammatiken im Fokus

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Edited By Claudio Di Meola and Daniela Puato

Ist Grammatik im modernen DaF-Unterricht wirklich überflüssig oder bestenfalls ein notwendiges Übel? Die AutorInnen der 16 Beiträge dieses Bandes glauben nach wie vor an die didaktische Zentralität der Grammatik, allerdings nicht als rein formbezogenes System, sondern als semantisch-pragmatisches Mittel zur inhaltlichen Differenzierung und Verfolgung bestimmter kommunikativer Ziele.

Nach einem einleitenden Beitrag enthält der Band 15 Fallstudien, die sich mit für DaF-Lernende relevanten Sprachphänomenen befassen. Jede Studie nimmt 24 gängige Übungsgrammatiken (Anfänger und Fortgeschrittene) jeweils kritisch unter die Lupe in Bezug auf semanto-pragmatische Aspekte. Es werden die wissenschaftlich-didaktische Adäquatheit der Regeln und Erklärungen bewertet sowie originelle didaktische Vorschläge erarbeitet.

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Genus: Personenbezeichnungen: Marina Brambilla (Mailand) / Valentina Crestani (Mailand)

Marina Brambilla / Valentina Crestani (Mailand)

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Abstract: The gender of German nouns for people is a topic which has been discussed since the 1970’s, first of all by the feminist linguists, whose major exponents criticised the use of the generic masculine and promoted the adoption of specific linguistic strategies (e.g. interior capital „I“ and double forms) to achieve women’s visibility. The topic is also the object of manuals giving concrete advice about correct gender forms for people (such as neutral forms and collective nouns). However, grammars for learners of German as a foreign language do not offer a systematic description about gender from a grammatical, semantic and social perspective, excluding also the use of addressing forms.

Genus ist eine grammatische Kategorisierung des nominalen Lexikons, die im Allgemeinen auf formalen und/oder semantischen Kriterien basiert. Substantive auf -ung und -schaft, d.h. Suffixderivate (die Leitung, die Belegschaft), sind beispielsweise Feminina (Letzt-Glied-Prinzip, Köpcke/Zubin 1984: 28) und endozentrische Determinativkomposita (das Maiglöckchen, das Stiefmütterchen) sind aufgrund desselben Prinzips Neutra. Bezeichnungen für Blumen (die Narzisse, die Rose) sind wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Denotatsgruppe Feminina.

Bei (einigen) Personenbezeichnungen ist das Genus semantisch motiviert, indem Genus mit Sexus (d.h. biologischem Geschlecht) korreliert (natürliches Geschlechtsprinzip, Köpcke/Zubin 1984: 28): Dementsprechend ist der Mann maskulin (männliche Referenz), die Frau feminin (weibliche Referenz) und das Kind neutral (unspezifizierte Referenz hinsichtlich des Sexus). Abweichungen von der semantischen Motiviertheit wie das Mädchen2 und das Männlein sind durch die Korrelation zwischen Genus und morphologischer Struktur des...

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