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Semantische und pragmatische Aspekte der Grammatik

DaF-Übungsgrammatiken im Fokus

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Edited By Claudio Di Meola and Daniela Puato

Ist Grammatik im modernen DaF-Unterricht wirklich überflüssig oder bestenfalls ein notwendiges Übel? Die AutorInnen der 16 Beiträge dieses Bandes glauben nach wie vor an die didaktische Zentralität der Grammatik, allerdings nicht als rein formbezogenes System, sondern als semantisch-pragmatisches Mittel zur inhaltlichen Differenzierung und Verfolgung bestimmter kommunikativer Ziele.

Nach einem einleitenden Beitrag enthält der Band 15 Fallstudien, die sich mit für DaF-Lernende relevanten Sprachphänomenen befassen. Jede Studie nimmt 24 gängige Übungsgrammatiken (Anfänger und Fortgeschrittene) jeweils kritisch unter die Lupe in Bezug auf semanto-pragmatische Aspekte. Es werden die wissenschaftlich-didaktische Adäquatheit der Regeln und Erklärungen bewertet sowie originelle didaktische Vorschläge erarbeitet.

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Modalverben: Tanja Mortelmans (Antwerpen) / Jarno Willems (Antwerpen)

Tanja Mortelmans (Antwerpen) / Jarno Willems (Antwerpen)

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Abstract: The German modal verbs are extremely polyfunctional. They carry a wide array of meanings − objective (deontic) and subjective (epistemic) ones − and occur in a great variety of linguistic constructions: they mainly behave like auxiliaries (selecting a bare infinitive) but can also be used as main verbs. Moreover, they not only occur in the indicative (past, present, perfect), but also in the past subjunctive, whereby the latter combination often gives rise to novel meanings that cannot be analysed fully compositionally.

Die deutschen Modalverben sind hochfrequente sprachliche Zeichen, mit denen wichtige kommunikative Handlungen (etwa die Erteilung von Erlaubnissen, die Realisierung von Aufforderungen und Bitten) durchgeführt werden können. Auch spielen sie eine besondere Rolle bei der sprachlichen Problemlösung und Handlungsplanung, indem sie auf Absichten und Intentionen verweisen. Anders als im Englischen verfügen die sechs ‚prototypischen‘ deutschen Modalverben (können, dürfen, mögen, müssen, sollen und wollen) über ein quasi vollständiges morphologisches Paradigma mit finiten Formen (Tempora Präsens und Präteritum, Modi Indikativ und Konjunktiv) und infiniten Formen (Infinitiv, Ersatzinfinitiv, zweites Partizip). Die Modalverben werden im Deutschen nicht nur als Hilfsverben mit Infinitiv verwendet, sondern erscheinen auch als Vollverben in Kombination mit nominalen Objekten (z.B. Wer von euch kann einen Handstand?) und Präpositionalphrasen (Das Kind soll ins Bett). Ihr wichtigstes Merkmal ist wohl ihre Polyfunktionalität. Die Vielzahl der Bedeutungen, die von den deutschen Modalverben ausgedrückt werden, werden in vielen theoretischen Ansätzen dichotomisch angeordnet, d.h. als entweder ‚nichtepistemisch‘ (grundmodal, deontisch,...

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