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Semantische und pragmatische Aspekte der Grammatik

DaF-Übungsgrammatiken im Fokus

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Edited By Claudio Di Meola and Daniela Puato

Ist Grammatik im modernen DaF-Unterricht wirklich überflüssig oder bestenfalls ein notwendiges Übel? Die AutorInnen der 16 Beiträge dieses Bandes glauben nach wie vor an die didaktische Zentralität der Grammatik, allerdings nicht als rein formbezogenes System, sondern als semantisch-pragmatisches Mittel zur inhaltlichen Differenzierung und Verfolgung bestimmter kommunikativer Ziele.

Nach einem einleitenden Beitrag enthält der Band 15 Fallstudien, die sich mit für DaF-Lernende relevanten Sprachphänomenen befassen. Jede Studie nimmt 24 gängige Übungsgrammatiken (Anfänger und Fortgeschrittene) jeweils kritisch unter die Lupe in Bezug auf semanto-pragmatische Aspekte. Es werden die wissenschaftlich-didaktische Adäquatheit der Regeln und Erklärungen bewertet sowie originelle didaktische Vorschläge erarbeitet.

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Präpositionen I: Räumliche Präpositionen: Elena Bellavia (Potenza)

Elena Bellavia (Potenza)

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Abstract: Prepositions are among the most highly polysemantic words. In the linguistic tradition, they are usually regarded as „syn-semantics“, the relevant meaning of which must be inferred from the context. In their basic functional properties, they are referred to as relationship words, the task of which is to express relations between people, objects or facts. The experience in space and its conceptualization is used in recent research as the source-domain for the development of all other meanings.

Präpositionen gehören zu den höchstgradig polysemen Wörtern. So hat beispielsweise die Präposition über zahlreiche räumliche wie nicht-räumliche Bedeutungsvarianten, die in Sätzen wie den folgenden deutlich werden:

(1)Die Lampe hängt über dem Tisch.

(2)Sie trägt die Jacke über dem Kleid.

(3)Er springt über den Zaun.

(4)Der Rock reicht über das Knie.

(5)Der Bach tritt über die Ufer.

(6)Sie ist über München nach Hamburg geflogen.

Präpositionen gelten in der sprachwissenschaftlichen Tradition üblicherweise als Synsemantika, deren jeweilig relevante Bedeutung aus dem Sinnzusammenhang erschlossen werden muss. In ihrer grundlegenden funktionalen Eigenschaft werden sie als Verhältniswörter bezeichnet, deren Aufgabe es ist, Relationen zwischen Personen, Gegenständen oder Sachverhalten auszudrücken: z.B. räumlich (das Mädchen aus Berlin), zeitlich (Bilder aus ihrer Kindheit), kausal (aus Zorn handeln) oder materiell (ein Kleid aus Seide). Die Erfahrung des Individuums im Raum und ihre Konzeptualisierung...

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