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Kunst und Wissenschaft der Komödienübersetzung

Reflexionen – Beispiele – Erfahrungen

Rainer Kohlmayer

Das Buch ist das erste Werkstattseminar zu Theorie und Praxis des Dramenübersetzens. Es bietet zunächst einen kritischen Überblick über das Feld der literarischen Übersetzung und behandelt dann Einzelprobleme am Beispiel von Corneille, Molière und Labiche, u.a. das Deutsche als Übersetzungssprache, die Figurensprache, die Empathie, die Aktualisierung, das Lachtheater Labiches. Enthalten ist auch ein Erfahrungsbericht über den Weg vom Text zur Inszenierung (u.a. von Tartuffe und Bunbury). Alle Beispiele stammen aus der Praxis des Verfassers. Der Band schließt mit Stellungnahmen Jürgen von Stackelbergs zu den Übersetzungen Rainer Kohlmayers und einem Interview mit dem Verfasser. Ein Buch für die Übersetzungs- und Theaterpraxis.

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7. Kapitel Drei Rezensionen von Jürgen von Stackelberg

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Vorbemerkung

Jürgen von Stackelberg (1925–2020) machte mir brieflich mal Komplimente zu meiner Übersetzung von Molières Die gelehrten Frauen, als sie bei Reclam erschien (2004), und schickte mir später auch die drei anderen Kritiken zu. Sein Standardwerk „Weltliteratur in deutscher Übersetzung“ (1978) hatte mir früh schon das Thema Literaturübersetzen schmackhaft gemacht, einmal durch die unglaubliche Belesenheit des Autors und die Fülle an Beispielen und Übersetzungsvergleichen, zum andern durch die dezidierten ästhetischen Urteile, die so ganz im Gegensatz standen zu linguistischer Erbsenzählerei und zu den sprachlich ungelenken translationswissenschaftlichen Verlautbarungen der damaligen Zeit. Von Stackelberg kannte sich in der Weltliteratur aus und traute sich zu, aus dem Bauch heraus urteilen zu dürfen. Insofern stand er (ein großer Verehrer von Voltaire) den Literaten des 18. Jahrhunderts näher als seinen Zeitgenossen, die sich in ängstlicher Urteils-Abstinenz gegenseitig überboten.

Ich fühlte mich translatorisch geadelt, dass der bis ins hohe Alter produktive Forscher, eine Galionsfigur der deutschen, nicht nur der Göttinger Romanistik, sich in drei jovial plaudernden Rezensionen mit meinen Übersetzungen befasste. Ich drucke die drei Rezensionen hier ab; sie gehören zu den schmeichelhaftesten Komplimenten, die mir gemacht wurden, sind für die Leserschaft aber auch durch Hinweise auf andere Übersetzer von Nutzen. Wohlgemerkt, von Stackelberg lobt meine Übersetzungen; er sagt nichts über meine wissenschaftlichen Arbeiten. Ich denke aber, dass das Lob meiner Übersetzungen, soweit es Hand und Fuß hat, letztlich der darin angewendeten Ästhetik der „schriftlichen Stimme“ bzw....

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