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Erlebnisse und Tourismus

Ergebnisse der 4. Deidesheimer Gespräche zur Tourismuswissenschaft

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Edited By Christian Eilzer, Manfred Dörr and Sylvia Müller

Erlebnisse und Erlebnisprodukte sind im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen und gestiegener Qualitätsansprüche der Gäste auch im Tourismus zusehends in den Fokus der Betrachtung gerückt. Viele Anbieter versuchen, ihren Gästen Erlebnisse von Erlebnisgastronomie über Naturerlebnisse bis hin zu künstlichen Erlebniswelten zu bieten. Die Beiträge der „4. Deidesheimer Gespräche zur Tourismuswissenschaft" in diesem Sammelband beleuchten das Thema „Erlebnisse und Tourismus" aus verschiedenen Perspektiven etwa von Touristen, Destinationen oder Reiseveranstaltern. Dabei werden zudem Modelle der Erlebnisgenese und -bewertung vorgestellt, empirische Befunde zum Destinationserlebnis präsentiert sowie Aspekte zum Erlebnismarketing behandelt.

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Vorwort

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Mit dem Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft sowie von der Knappheits- zur Überflussgesellschaft ist ein Wandel der Beziehungen der Menschen zu Gütern und Dienstleistungen zu beobachten. Anstelle von Funktionalität und Verwendbarkeit eines Produktes tritt das Produkt in den Mittelpunkt und wird zum Selbstzweck, „Design und Produktimage werden zur Hauptsache, Nützlichkeit und Funktionalität zum Accessoire“ (Schulze 2005, 13). Der funktionale Nutzen (ökonomisch oder funktional-utilitaristisch) wird ergänzt und überstrahlt durch emotional-symbolische Nutzendimensionen sinnlicher, hedonistischer oder sozial distinktiver Ausprägung (Burmann et al. 2015, 58f.). Dies gilt auch für touristische Produkte und Reiseziele, die aufgrund von Ähnlichkeiten bezüglich funktionaler Nutzen(- versprechen) eine differenzierende Positionierung durch nicht-funktionale Nutzenstiftungen anstreben (müssen) (Eisenstein 2018, 78).

Verbunden mit diesen Entwicklungen ist nicht nur ein überproportionales Wachstum beim Konsum von Dienstleistungen, sondern zudem ein progressives Wachstum bei der Nachfrage nach Erlebnisprodukten (Weiermair 2006, 15 nach Pine/ Gilmore 1999). Erlebnisorientierter Freizeitkonsum, Inszenierung von Produkten als „Erlebnis“ und konstruierte künstliche Erlebniswelten sind Ausdruck des Wandels hin zu einer stärkeren Bedeutung von Erlebnissen in unserer Gesellschaft. Dabei ist nach Schulze (2005, 13f.) das Leben selbst zum Erlebnisprojekt geworden, wobei die Erlebnisorientierung als unmittelbarste Form der Suche nach Glück aufgefasst werden kann.

Auch im Tourismus hat vor allem mit der in den 1990er-Jahren viel diskutierten Erlebnisgesellschaft eine stärkere Erlebnisorientierung im Sinne eines Übergangs von touristischen Produkten zu touristischen Dienstleistungen und touristischen Erlebnissen Einzug gehalten (Weiermair 2006, 14). Das Spektrum an Erlebnissen und...

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