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Erlebnisse und Tourismus

Ergebnisse der 4. Deidesheimer Gespräche zur Tourismuswissenschaft

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Edited By Christian Eilzer, Manfred Dörr and Sylvia Müller

Erlebnisse und Erlebnisprodukte sind im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen und gestiegener Qualitätsansprüche der Gäste auch im Tourismus zusehends in den Fokus der Betrachtung gerückt. Viele Anbieter versuchen, ihren Gästen Erlebnisse von Erlebnisgastronomie über Naturerlebnisse bis hin zu künstlichen Erlebniswelten zu bieten. Die Beiträge der „4. Deidesheimer Gespräche zur Tourismuswissenschaft" in diesem Sammelband beleuchten das Thema „Erlebnisse und Tourismus" aus verschiedenen Perspektiven etwa von Touristen, Destinationen oder Reiseveranstaltern. Dabei werden zudem Modelle der Erlebnisgenese und -bewertung vorgestellt, empirische Befunde zum Destinationserlebnis präsentiert sowie Aspekte zum Erlebnismarketing behandelt.

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Zur Natur und Messbarkeit von Erlebnissen im Tourismus

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1.Die Bedeutung von Erlebnissen im Tourismus und das Problem ihrer artifiziellen Generierung

Bereits Aristoteles kam zu der Überzeugung, dass das, was der Mensch am meisten begehrt, der Zustand des Glücks ist (Czsikszentmihalyi 2008, 1). „Menschen können so sehr im Spiel (wir würden heute sagen: „in der Freizeit“) aufgehen, daβ sie darüber ihren Hunger oder andere Probleme vergessen“ (Opaschowski 1995, 12). Opaschowski beschreibt damit nichts anderes, als das FLOW-Konzept von Czsikszentmihalyi (1991). Auf die Freizeit bezogen sagt Opaschowski: „Es wächst das Bedürfnis der Konsumenten nach emotionaler Anregung, d. h. konkret nach emotionalen Konsumerlebnissen. Einkaufszentren werden zu Erlebnisinseln, Freizeitorte zu Erlebnisbühnen, und Freizeitgüter zu Vehikeln des Erlebniskonsums.“ (1995, 13) Erlebnisse im Tourismus erreichten eine derartige Bedeutung, dass Schulze (1992) eine ganze Erlebnisgesellschaft postulierte, in welcher sich der moderne Mensch bewegen würde. Jeder Mensch suche auf Reisen das vollständig individuelle Erlebnis (Schulze 1992). Pine und Gilmore bauten mit ihrer Experience Economy eine komplette Absatzstrategie auf artifiziell generierten Erlebnissen auf (Pine und Gilmore 1999). Weis (1995, 41) stellte bereits fest: „Erlebniswelten, Erlebnisparks, Erlebnisbäder, Erlebnisshopping, Erlebnisgastronomie, Erlebnispädagogik, Ess- , Trink- , Fahr- , Flug- , und Schlaferlebnisse – geradezu inflationär und flächendeckend werden wir in der heutigen Zeit mit Erlebnissen umworben.“

Nachdem die Bedeutung artifiziell generierter Erlebnisse herausgestellt worden ist, verwundert es wenig, dass sich seit den 1990er-Jahren auch zahlreiche Lehrbücher mit der Generierung von Erlebnissen in Freizeit und Tourismus auseinandergesetzt haben, wie zum Beispiel Smit und Melissen (2018)...

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