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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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III.4. Die Antike in den Werken des Cubaners Alejo Carpentier, des Mexikaners Octavio Paz und der Chilenin Isabel Allende (Originalbeitrag)

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Die Antike spielt in der spanischen und lateinamerikanischen Literatur eine große Rolle; zahlreiche Autoren kennen viele geschichtliche, kulturelle und sprachliche Details der griechischen und römischen Antike. Dies lässt sich bereits bei dem großen Dichter des Siglo de Oro, Miguel de Cervantes (1547–1616), beobachten. Er hat den Don Quijote verfasst; dieser Roman ist als Satire auf die Ritterbücher konzipiert und enthält unzählige antike und zeitbezogene Motive. Die humanistische Gelehrsamkeit des Cervantes zeigt sich zum Beispiel in der Rede vom Goldenen Zeitalter (Buch I, Kap. 11), wobei Cervantes letztendlich auf den altgriechischen Dichter Hesiod zurückgeht1. Er schreibt: „Klare Quellen und hüpfende Bäche schenkten den Durstigen wohlschmeckendes kristallklares Wasser in reichster Fülle dar. In Felsenritzen und hohlen Bäumen bauten die sorgsamen und klugen Bienen ihren Staat, und uneigennützig boten sie der Hand eines jeden die köstliche Ernte ihrer süßen Arbeit“2.

Auch die spanischen Autoren der folgenden Jahrhunderte greifen immer wieder auf die klassische Antike zurück. Dieses Phänomen ist bis zum heutigen Tag zu beobachten.

Aus Platzgründen soll die Rezeption der klassischen Literatur und ihres Gedankentums auf dem lateinamerikanischen Kontinent knapp beleuchtet werden, wo seit der conquista (Eroberung) Amerikas 1492 die europäischen Ideen schnelle Verbreitung fanden. So wurde bereits 1538 in Santo Domingo (República Dominicana) die erste Universität gegründet, nach dem Vorbild der ←519 | 520→alten Universität von Madrid, Alcalá de Henares. Insbesondere Mexiko und...

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