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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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IV.4. Plädoyer für die Lektüre von römischen Fachschriftstellern, illustriert am Beispiel des Themas: Kunst und Ethos des Arztes. Texte zur antiken Medizin unter besonderer Berücksichtigung von Celsus: De Medicina1, in: Forum Classicum, Heft 3, 2002, 186–192

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Das Leben ist kurz, die Kunst weit, der günstige Augenblick flüchtig, der Versuch trügerisch, die Entscheidung schwierig.

Hippokrates, aphorismi I 1

Häufig werden im Lateinunterricht bewährte Autoren wie Caesar, Sallust, Ovid und Catull gelesen, um nur einige zu nennen. Dabei werden vor allem literarisch wertvolle Produkte in das Zentrum der Lektüre gestellt. Für dieses Vorgehen sprechen zahlreiche Gründe, die von der Fachdidaktik reichlich dargelegt wurden. Wenn auch der Behandlung literarischer Texte im Lateinunterricht eine wesentliche Bedeutung zukommt, so gebührt auch den sogenannten römischen Fachschriftstellern ein bestimmter Platz im Lektürekanon. Es geht natürlich nicht darum, Spezialschriften mit den Schülern durchzuarbeiten, sondern lediglich solche, die es auch wert sind, im Unterricht gelesen zu werden. Darüber hinaus bieten sich viele Textpassagen an, in einen fächerübergreifenden beziehungsweise fächerverbindenden Unterricht integriert zu werden.

Sowohl in inhaltlicher als auch in formaler Hinsicht lassen sich zahlreiche Beispiele von Texten/Autoren finden, die sehr große Unterschiede aufweisen. Interessant ist die Beobachtung, dass auf Produzentenseite sowohl Vertreter der niederen Stände zu finden sind als auch aus der aristokratischen Oberschicht. Für die erste Gruppe kann man Beispiele vorwiegend aus Spezialdisziplinen ←671 | 672→anführen, für die zweite Gruppe gelten die Juristen als Paradebeispiele. Römische Leser mit einem hohen Grad an Bildung bevorzugten gut lesbare Gesamtdarstellungen, weniger detaillierte Einzelanalysen.2 Aus verschiedenen Gründen müssen die Disziplinen auf einige wenige fokussiert werden, die allerdings...

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