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Das Kurzprosawerk Willa Cathers: Eine erzähltheoretische Analyse

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Nicola Janitz

Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit das Kurzprosawerk Willa Cathers den literaturhistorischen Entwicklungstendenzen von der traditionellen Form des diegetisch-fiktionalen (auktorialen) Erzählens hin zum mimetisch-fiktionalen, figurenorientierten (personalen) Erzählen entspricht. Die Analysen basieren auf dem «Zürcher Beschreibungsmodell» von Rolf Tarot ( Narratio viva 1993), welches durch weitere erzähltheoretische Ansätze ergänzt wird. Sechs Short Storys werden einer detaillierten erzähltheoretischen Analyse unterzogen, und obwohl Willa Cather, deren Schaffensperiode sich über ein halbes Jahrhundert erstreckte, durchaus modernistische Gestaltungsmittel verwendet, ist das Wechselverhältnis von diegetisch- und mimetisch-fiktionalen Elementen in ihrem Kurzprosawerk sehr facettenreich.

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4. Forschungsliteratur zu Willa Cather

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For Willa Cather … literary creation – that is the choice of subject matter and the technique enforced by it – was an „intuitive“ rather than an „intellectual“ process. (Bloom, Gift of Sympathy 199) Dieses Zitat von Edward Bloom aus dem Jahr 1962 beschreibt Willa Cathers li- terarisches Schaffen nur unzureichend, gleichzeitig steht es jedoch immer noch exemplarisch für die bisherige Rezeption ihres Werkes in der Literaturwissen- schaft. In vielen Werken der Sekundärliteratur wird immer wieder der Eindruck vermittelt, dass Cathers literarisches Schaffen eher intuitiv, weniger aber intel- lektuell formalanalytisch begründet ist. Dies wird im Folgenden näher erläutert. Willa Cather ist bislang von der Literaturwissenschaft eher stiefmütterlich behandelt worden, das gilt vor allem für den erzähltheoretischen Aspekt ihres Werkes. Zwar sind in den letzten Jahren immer wieder Aufsätze und Bücher zu Cathers Werk erschienen, die Durchsicht dieser Literatur macht jedoch deutlich, dass sich ein Großteil der analytischen Betrachtungen zu Cathers literarischem Schaffen vorwiegend mit stark eingeschränkten Fragestellungen im inhaltlichen Bereich beschäftigen, d.h., nicht formal-strukturalistische, sondern kontextorien- tierte Ansätze überwiegen bisher in der Cather Forschung. Hinzu kommt, dass solche Analysen häufig auf einem schmalen und damit insgesamt betrachtet we- nig aussagekräftigen Textkorpus basieren, punktuelle Betrachtungen inhaltlicher Natur herrschen weitgehend vor. Übergreifende, breit angelegte und durch Text- beispiele gestützte Aussagen zum Gesamtwerk Cathers, also Abhandlungen, die Ähnlichkeiten und Parallelen zwischen mehreren Einzelwerken bündeln und somit auf allgemeingültige Aussagen hinzielen, sind rar. Untersuchungen zur Form von Cathers...

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