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Selbst- und Fremdbilder von Arbeitslosigkeit

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Mareike Baumann

Tagtäglich müssen Millionen von Menschen mit den Folgen des Verlustes ihrer Arbeit umgehen. Dabei können zum einen die mit einer Arbeit verbundenen psychischen, sozialen und ökonomischen Funktionen verloren gehen. Daneben sind die Betroffenen oftmals gesellschaftlichen Vorurteilen und stereotypen Annahmen ausgesetzt. Zentraler Gegenstand der Untersuchung sind daher zwei Perspektiven sowie deren mögliche Divergenz oder Affinität: Auf der einen Seite stehen die Fremdbilder derjenigen Personen, die nicht von Arbeitslosigkeit betroffen sind, aber bewusst oder unbewusst zu Vermutungen und Überzeugungen gelangen, wie es Arbeitslosen geht oder warum sie arbeitslos geworden sind. Auf der anderen Seite stehen die Selbstbilder der arbeitslosen Menschen. Sie bringen zum Ausdruck, warum Arbeitslose ihre Arbeit verloren haben, wie sie diesen Verlust erleben, welche Erfahrungen sie mit ihrer sozialen Umwelt machen und was sie tun, um wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Die Autorin geht der Frage nach, ob und wie die beiden Wahrnehmungsmuster aufeinander bezogen sind und wo möglicherweise Stereotype und Vorurteile vorliegen.

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4 Selbstbilder von Arbeitslosen 95

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95 4 Selbstbilder von Arbeitslosen Arbeit, genauer gesagt Erwerbsarbeit, nimmt in unserer Gesellschaft einen zentralen Stellenwert ein – daher ist auch Arbeitslosigkeit ein Bereich, über den in der Gesell- schaft, der Wirtschaft und der Politik gesprochen oder diskutiert und worüber in den Medien berichtet wird. Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen, die Gründe, warum Menschen ihre Arbeit verlieren, die Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit oder die staat- liche Versorgung und Absicherung der Betroffenen sind Beispiele dafür, auf welche vielfältige Weise Arbeitslosigkeit thematisiert werden kann. Damit ist Arbeitslosigkeit mit all seinen Facetten in unserem Alltagswissen vertreten (Moser 1993, S. 7). Dabei ist zu vermuten, dass es – je nachdem, welchen Zugang man zu diesem Thema hat (z. B. ist man selbst betroffen, kennt man Betroffene aus dem persönlichen Umkreis, beschäftigt man sich beruflich mit Arbeitslosen und Arbeitslosigkeit usw.) unterschiedliche „Bilder“ von Arbeitslosigkeit gibt. Wie in Kapitel 1.1 beschrieben, teilen sich diese „Bilder“ in Selbst- und Fremdbilder auf. Kapitel 5 beschäftigt sich mit Fremdbildern und damit mit den Fragen, wie Arbeitslosigkeit in den Medien und in der Politik dargestellt wird und welche Vorstellungen „Dritte“ über Arbeitslosigkeit und Arbeitslose haben. Zunächst wird aber in diesem Kapitel 4.1 der Fokus auf das Selbstbild (siehe S. 20) der Arbeitslosen gelegt. Die zentralen Fragen sind, wie Ar- beitslose ihre Situation erleben und sich selbst wahrnehmen. Um diese Fragen beant- worten zu können, ist es notwendig, einen Überblick über die wichtigsten psychologi- schen Theorien im Kontext von Arbeitslosigkeit zu geben und historische sowie...

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