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Selbst- und Fremdbilder von Arbeitslosigkeit

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Mareike Baumann

Tagtäglich müssen Millionen von Menschen mit den Folgen des Verlustes ihrer Arbeit umgehen. Dabei können zum einen die mit einer Arbeit verbundenen psychischen, sozialen und ökonomischen Funktionen verloren gehen. Daneben sind die Betroffenen oftmals gesellschaftlichen Vorurteilen und stereotypen Annahmen ausgesetzt. Zentraler Gegenstand der Untersuchung sind daher zwei Perspektiven sowie deren mögliche Divergenz oder Affinität: Auf der einen Seite stehen die Fremdbilder derjenigen Personen, die nicht von Arbeitslosigkeit betroffen sind, aber bewusst oder unbewusst zu Vermutungen und Überzeugungen gelangen, wie es Arbeitslosen geht oder warum sie arbeitslos geworden sind. Auf der anderen Seite stehen die Selbstbilder der arbeitslosen Menschen. Sie bringen zum Ausdruck, warum Arbeitslose ihre Arbeit verloren haben, wie sie diesen Verlust erleben, welche Erfahrungen sie mit ihrer sozialen Umwelt machen und was sie tun, um wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Die Autorin geht der Frage nach, ob und wie die beiden Wahrnehmungsmuster aufeinander bezogen sind und wo möglicherweise Stereotype und Vorurteile vorliegen.

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9 Resümee 279

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279 9 Resümee „Oft können wir die Dinge nicht ändern – aber wir können den Blick auf die Dinge und so unsere Hal- tung verändern. Das ist schon viel.“ Katharina Saalfrank (*1971), Diplom-Pädagogin und die „Super-Nanny“ [25] Arbeitslosigkeit ist ein Phänomen, mit dem sich ein Individuum heutzutage mit hoher Wahrscheinlichkeit im Laufe seines Lebens auseinandersetzen muss: Medien berichten über Entwicklungen am Arbeitsmarkt und veröffentlichen Reportagen über Arbeitslo- sigkeit und Arbeitslose. Politiker debattieren über Arbeitslosigkeit und versuchen mit verschiedenen Maßnahmen, Arbeitslosigkeit zu senken. Im Familien- oder Freundes- kreis sind vielleicht Personen bekannt, die arbeitslos geworden sind. Und häufig ist das Individuum selbst irgendwann einmal von Arbeitslosigkeit betroffen. Durch die Konfrontation mit dem Phänomen Arbeitslosigkeit entstehen – je nach Perspektive – Fremd- bzw. Selbstbilder. Beeinflusst und geprägt von moderierenden Faktoren fallen diese höchst differenziert aus. Von einem Selbst- bzw. Fremdbild kann daher nicht gesprochen werden, vielmehr formen viele Mosaikteile die Vorstellungen über Arbeitslose und Arbeitslosigkeit. Neben negativem Erleben wie das Gefühl von Scham, Deprivation und Hilflosig- keit, wie depressive Verstimmungen, gesundheitliche Beschwerden oder Resignation gibt es bei den Selbstbildern von Arbeitslosigkeit – zumindest in der vorliegenden Un- tersuchung – vereinzelt positive Gefühle, wie z. B. Zuversicht, die Situation zu meis- tern oder Erleichterung, einem belastenden Arbeitsverhältnis entkommen zu sein. Untersucht man, welche Personengruppen von psychischen und physischen Belas- tungen besonders betroffen sind, deuten die vorliegenden Ergebnisse u. a. darauf hin, dass Beschwerden mit steigender Dauer der Arbeitslosigkeit zunehmen, Langzeitar- beitslose also st...

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