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Zur Theorie der Lehnprägung im deutsch-tschechischen Sprachkontakt

Eine historisch-vergleichende Untersuchung im innerslavischen und europäischen Kontext

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Ales Puda

Welcher Teil einer Sprache ist nicht über den «Leisten der Lehnprägung geschlagen»? Um das fremde Sprachgut im eigenen Gewand ranken sich in den europäischen Philologien viele Mythen und Legenden, die teils auf einer stiefmütterlichen Behandlung beruhen, teils aber auch sprachpolitisch bewusst gestreut wurden. Diese Arbeit versteht sich einesteils als theoretische Abhandlung zu den Bedingungen, Ursachen und Prozessen, die zu einer Aufnahme von deutsch-tschechischen Lehnprägungen im innerslavischen und weiteren europäischen Kontext führten. Anderenteils schließt sich ihr ein tschechischer Wörterbuchteil mit ausgewählten calquierten Substantivbeispielen an, deren etymologische sowie lexikographische Wortgeschichte soweit wie möglich nachgezeichnet wurde. Dabei wurden neben neuen Lemmata auch Verbesserungen zu bereits vorhandenen Einträgen in den etymologischen Wörterbüchern des Tschechischen vorgenommen.

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6.6.1. Syno- bzw. paranyme Lehnbedeutung 61

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Lehnbedeutung 61 6.6.1. Syno- bzw. paranyme Lehnbedeutung Eine Möglichkeit für eine derartige Entlehnung ist, dass zuerst die Voraussetzung ei- ner spezifisch angenommenen minimal bisememen225 Inhaltsseite einer kontagierenden Lexikoneinheit der L2 erfüllt ist. Auf integrativem Wege wird bei de- ren minimal monosem kongruentem bereits in der L1 vorhandenen lexikalischen Äqui- valent analog eine Bedeutungserweiterung zur spezifischen Sememkombination para- digmatisch reproduziert: č. beránci, beránky (‛mraky’) dt. 1. Schäfchen; 2. Wolken, slk. dial. baranki (Dial. von Strážske/Straschke/Őrmező, Sabolová-Jelínková 20042: 9); r. барашки ( dt. Arapova 2000: 49), ung. bárányfelhő ( dt. Kiss 1976: 27); č. bod lat. punctum 1. Stich; 2. Punkt (Rz:84); č. brouk 1. Käfer zool.; 2. substs. Autotypenbezeichnung von VW dt. (SNČ:71); č. matice (Ho-Ly:306;Rz:368) dt. Schraubenmutter; č. pasák substs. (Rippl 1926, Mch 19713: 436; Hol-Ly:361) dt. Mädchen- hirt; č. stolice (Ho-Ko:353; Ho-Ly:452; Rz:603) dt. Stuhl(gang) (Nachtstuhl); č. vínek, věneček (Mch 1957: 561;19713: 683) dt. Kränzchen, vgl. ns. wěnk Solche Neosemantismen226 entstehen oft infolge einer zu vollendenden semantischen bzw. semasiologisch-onomasiologischen Derivation227 (Bedeutungsübertragungen, Metonymie, Metapher) im Rahmen der sogenannten indirekten bzw. analogischen Nomination.228 225 Nicht zwingend genau bisememen wie bei Bellmann (1971: 43). 226 Neosemantyzm polisemiczny (Nagórko 2007: 244) 227 Vgl. Dokulil (1962: 20) und Filipec; Čermák (1985: 108f.). 228 Vgl. Dynamika slovnej zásoby súčasnej slovenčiny (1989: 24). Lb Inhaltsseite Ausdrucksseite Derivationsstruktur Motivierung syno- bzw. paronyme + - - semantisch homo- bzw. paraphone -...

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