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Psychoanalyse und Freiheit

Susann Heenen-Wolff

In diesem Band wird auf zentrale Konzepte Freuds zurück verwiesen, die in der zeitgenössischen Psychoanalyse zunehmend in den Hintergrund geraten sind. Die Autorin arbeitet diesen Paradigmenwechsel heraus, geht aber auch auf den unverzichtbaren und bleibenden Wert der Freudschen Metapsychologie ein. «Penisneid» und «Todestrieb» werden in ihrer Relevanz für die alltägliche Praxis deutlich gemacht, das spezifische analytische Zuhören, die Geschwisterbeziehung metapsychologisch verortet. Vor dem Hintergrund klinischer gruppenanalytischer Erfahrungen werden Überlegungen zu «Identität und Antisemitismus» angestellt. Zahlreiche Fallbeispiele verbinden die metapsychologischen Theorien mit der klinischen Erfahrung.

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II. Wichtige Strömungen in der französischen Psychoanalyse 28

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28 II. Wichtige Strömungen in der französischen Psychoanalyse Ohne Zweifel hat die französischsprachige Psychoanalyse wichtige Strömungen auf- zuweisen, die die Metapsychologie und die analytische Technik über das Land hinaus beeinflußt haben. Zunächst ein kleiner Rückblick auf die Geschichte der Psychoana- lyse in Frankreich, um die verschiedenen Strömungen in einem breiteren Kontext zu situieren. Kurzer historischer Rückblick Recht spät ist die Psychoanalyse nach Frankreich gelangt, wenn man bedenkt, daß die deutsche Psychoanalyse bereits 1908 über eigene Strukturen verfügte, die ungarische ab 1913 und die indische psychoanalytische Gesellschaft 1922 gegründet wurde, im- merhin vier Jahre vor dem Geburtstag der Société Psychanalytique de Paris (SPP) im Jahre 1926. Auch in Zürich, London und den Vereinigten Staaten entstanden analyti- sche Gesellschaften noch bevor die Psychoanalyse in Frankreich einen institutionellen Fuß fassen konnte. Die Gründung der SPP war vor allem Marie Bonaparte zu verdan- ken. Sie war in Analyse bei Freud in Wien gewesen, und mit der Zeit hatte sich zwi- schen beiden eine freundschaftliche Beziehung ergeben24. Das kulturelle Umfeld der Psychoanalyse war der Psychoanalyse nicht unbedingt günstig. Zwar interessierten sich literarische Kreise um den damals aktuellen Surrea- lismus für die Freudschen Theorien, aber diese entdeckten zur selben Zeit auch das Werk von Karl Marx. Die wechselnden Positionen der sehr einflußreichen kommunis- tischen Partei blieben nicht ohne Einfluß auf die Rezeption der Psychoanalyse: Versu- che der Begründung eines Freudo-Marxismus wechselten mit dem Vorwurf, die Psy- choanalyse...

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