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Die orthodoxen Kirchen in Geschichte und Gegenwart

Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage

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Hans-Dieter Döpmann

Mit dieser Gesamtdarstellung der Orthodoxie wird dem Leser die vielfältige Welt der orthodoxen Kirchen erschlossen. Den Ausgangspunkt bilden die Geschichte des Christentums im römisch-byzantinischen Reichsgebiet und die konfessionellen Abspaltungen. Dem historischen Rückblick folgt eine Übersicht über die Vielfalt der heutigen, über den gesamten Erdkreis verstreuten orthodoxen Kirchen. Der Leser wird mit der Struktur dieser Kirchen bekannt gemacht. Er erhält Auskunft über die unterschiedlichen Gottesdienste, Riten und ihren Symbolgehalt, über die Bedeutung und Funktion liturgischer Geräte, Gewänder und Gesänge, den gottesdienstlichen Raum, die Welt der Ikonen, das Sakramentsverständnis, Frömmigkeitsformen, diakonisches Wirken sowie über orthodoxes Mönchtum, einschließlich der Mönchsrepublik des Athos. Schließlich wird das heutige Engagement orthodoxer Kirchen in Staat und Gesellschaft behandelt.

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11. Die orientalischen Nationalkirchen (Orientalische Orthodoxie - 277

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277 11. Die orientalischen Nationalkirchen (Orientalische Orthodoxie) An den südöstlichen Grenzen des byzantinischen Reiches führten – wie eingangs festgestellt – christologische, ethnische und politische Spannungen im 5./6. Jahr- hundert zum Entstehen eigenständiger Kirchen, die sich von den traditionellen orientalischen Patriarchaten und damit von der Reichskirche lösten. Zu den orientalischen Nationalkirchen gehören auch jene, die weitab vom Reichsgebiet entstanden und sich entweder bewusst von der Reichskirche distanzierten, in- folge politischer Verhältnisse an der theologischen Entwicklung der Reichskirche nicht beteiligt waren oder aufgrund ihrer geographischen Lage niemals einen spürbaren Kontakt zur Reichskirche gehabt haben. Im weiteren Sinne sind den orientalischen Nationalkirchen auch die „Nesto- rianer“ (Assyrische Kirche) zuzurechnen, die wegen ihrer konfessionellen Eigen- art gesondert dargestellt werden sollen. Im engeren Sinne handelt es sich um jene Kirchen, für die man im Katholizismus und Protestantismus noch immer die alte Ketzerbezeichnung „Monophysiten“ verwendet. Die heutigen orthodoxen Kirchen des Ostens nennen sich richtiger Vorchalkedonensische oder Altorien- talische Kirchen und sind heute Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen, man nennt sie dort, im Unterschied zu den östlichen orthodoxen Kirchen (Eas- tern Orthodox Churches), orientalische orthodoxe Kirchen (Oriental Orthodox Churches). 11.1. Die Kirchen alexandrinischer und westsyrischer theologischer Überlieferung Die Bezeichnung „Monophysiten“ hängt damit zusammen, dass sie die Traditio- nen der alexandrinischen Theologenschule beibehalten und fortgeführt haben. Wie bereits im 1. Kapitel dargestellt, hatte deren wichtigster Theologe, Patriarch Kyrillos I. von Alexandrien, unter dem Gesichtspunkt, Christus als Heilssubjekt und damit das Göttliche in Christus zu betonen, zwar eine...

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