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Der «caso Parmalat» in der Berichterstattung italienischer Print- und Rundfunkmedien

Eine Studie zur sprachlichen Markierung von Corporate Identity, lokaler und nationaler Identität

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Andreas Bschleipfer

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Freunde der Universität Augsburg 2009.
Parmalat gehörte über Jahrzehnte zu den wichtigen Symbolen für die Wirtschaftsentwicklung Italiens und der Region Parma. Eine tiefgreifende Finanzkrise des Unternehmens 2003/2004 stellte das Identitätssymbol grundlegend in Frage. Die vergleichende Untersuchung der medialen Behandlung der Krise bildet das Rahmenthema dieses Buches. Es widmet sich der Konstitution von kollektiven Identitäten, den Ritualen und Symbolen nationaler und lokaler Identifikation sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Interessen. Die Fallstudie leistet einen sprach- und medienwissenschaftlichen Beitrag zur Theoriediskussion in der Identitätsforschung und geht folgenden Fragen nach: Wie beeinflussen Medien die Bedingungen von Identitätskonstruktionen? Inwieweit sind Unternehmen ambivalente Identitätssymbole, zumal wenn die Corporate Identity krisenhaften Einflüssen unterliegt? Wie werden Identitätsdiskurse konkret versprachlicht und medialisiert?

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2.4. Identitätsmarkierung durch Sprache 61

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2.3. Kollektive Identität 61 räumlich kodierter, kollektiver Identitäten wird bei der Analyse der medialen Debat- te um den Fall Parmalat zurückzukommen sein. Im Folgenden geht es jedoch zu- nächst um sprachliche Möglichkeiten der Identitätsmarkierung. 2.4. Identitätsmarkierung durch Sprache 2.4.1. Identitätskonstitution durch kommunikative Interaktion Individuelle und kollektive Identität bilden sich im Prozess sozialer Interaktion her- aus. Die Identifikation eines Individuums mit anderen Personen erfolgt dabei auf- grund gemeinsam geteilter Merkmale, die ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe entstehen lassen. Sprache als wichtigstes Mittel kommunikativer Interaktion kann ein solches Merkmal darstellen. So gilt etwa nach Coulmas (1985: 43), dass Sprache "das deutlichste und mächtigste Symbolsystem ist, das Gruppenzugehörig- keit nach außen anzeigt und nach innen schafft". Und auch nach Burkhardt (1998: 5) ist Sprache grundsätzlich bezogen auf das Selbstverständnis "von kleineren und größeren, regionalen oder sozialen Gruppen. Sie kann als soziales, kulturelles oder politisches Mittel zur Identitätsstiftung und -vergewisserung" verstanden werden. Wie bereits dargestellt, empfindet sich ein Individuum in der Regel mehreren Grup- penidentitäten zugehörig. Dabei kann nun davon ausgegangen werden, dass "man- che davon – nicht alle – […] sprachlich markiert oder symbolisiert" sind (Löffler 1998a: 19). Aus den Zusammenhängen von Sprache und Identität ergeben sich für die sprachwissenschaftliche Betrachtung vielfältige Untersuchungsbereiche: Perspektiven, die sich hier für die Forschung eröffnen, sind u.a. Sprachgebrauch von Indi- viduen […] sowie sprachliches Verhalten von verschiedenen soziologischen Gruppen (d.h. die...

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