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Der «caso Parmalat» in der Berichterstattung italienischer Print- und Rundfunkmedien

Eine Studie zur sprachlichen Markierung von Corporate Identity, lokaler und nationaler Identität

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Andreas Bschleipfer

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Freunde der Universität Augsburg 2009.
Parmalat gehörte über Jahrzehnte zu den wichtigen Symbolen für die Wirtschaftsentwicklung Italiens und der Region Parma. Eine tiefgreifende Finanzkrise des Unternehmens 2003/2004 stellte das Identitätssymbol grundlegend in Frage. Die vergleichende Untersuchung der medialen Behandlung der Krise bildet das Rahmenthema dieses Buches. Es widmet sich der Konstitution von kollektiven Identitäten, den Ritualen und Symbolen nationaler und lokaler Identifikation sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Interessen. Die Fallstudie leistet einen sprach- und medienwissenschaftlichen Beitrag zur Theoriediskussion in der Identitätsforschung und geht folgenden Fragen nach: Wie beeinflussen Medien die Bedingungen von Identitätskonstruktionen? Inwieweit sind Unternehmen ambivalente Identitätssymbole, zumal wenn die Corporate Identity krisenhaften Einflüssen unterliegt? Wie werden Identitätsdiskurse konkret versprachlicht und medialisiert?

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3. Unternehmensgeschichte des Lebensmittelkonzerns Parmalat: Von der piccola impresa familiare zur Finanzkrise eines global players 193

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3.1. Unternehmensgründung und erste regionale Erfolge 193 3. Unternehmensgeschichte des Lebensmittelkonzerns Parmalat: Von der piccola impresa familiare zur Finanzkrise eines global players 3.1. Unternehmensgründung und erste regionale Erfolge Das im ausgehenden 19. Jahrhundert gegründete, in Collecchio bei Parma ansässige Familienunternehmen wurde im Jahr 1960 von Calisto Tanzi, dem Enkel des Fir- mengründers, übernommen. Die Übernahme erfolgt in einer Zeit, in der in Nordita- lien die strukturellen Grundlagen für das miracolo economico gelegt werden, das familieneigene Unternehmen jedoch nur mäßige Umsätze erwirtschaftet. Das Kleinunternehmen Ditta Tanzi Calisto & figli ist Bestandteil einer aufstrebenden, prosperierenden Wirtschaftsregion, deren bekannteste Vertreter nach Malagutti (2004: 66) in den Familienunternehmen Barilla (Lebensmittel, unter anderem Muli- no Bianco), Salvarani (Küchen) und Bormioli (Glas) zu sehen sind. Calisto Tanzi (Abschluss der höheren Handelsschule im Jahr 1952 mit dem diploma in ragione- ria) entwickelt nach der Übernahme ein eigenständiges Unternehmenskonzept. Er führt zunächst die Produktion der passate di pomodoro fort und konzentriert sich darüber hinaus auf die Erweiterung sowohl des Distributionsgebietes als auch der Produktpalette. Da die Emilia Romagna bekannt für ihre Käseproduktion ist, setzt Tanzi auf das Produkt Milch. Er verbindet diese Strategie mit der Herausbildung einer einprägsamen Marke. So firmiert das Unternehmen ab dem 15.4.1962 unter dem Namen Dietalat Srl und wird im Jahr 1968 in Parmalat SpA umbenannt. Ne- ben der Emilia Romagna (insbesondere Parma) bilden sich bald auch Ligurien (ins- besondere La Spezia und Rapallo) und Toskana zu neuen...

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