Show Less

Die Abwicklung deutsch-tschechischer Erbfälle

Series:

Christoph Kurzböck

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere seit dem Ende des Eisernen Vorhangs ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Mobilität. Auch werden immer mehr gemischtnationale Ehen geschlossen, insbesondere im Grenzgebiet. Kommt es dann zu einem Todesfall, bei dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nicht in dem Land hatte, dessen Staatsangehörigkeit er besaß bzw. hinterlässt er Vermögen in mehreren Ländern, dann ergibt sich daraus die Problematik eines internationalen Erbfalles. Bei der Abwicklung eines solchen Nachlasses werden dann insbesondere folgende Fragestellungen relevant: Nach welchem Recht hat die Abwicklung zu erfolgen? Ist eine internationale Zuständigkeit der jeweiligen Nachlassgerichte gegeben? Wer ist berechtigt, Abwicklungsmaßnahmen vorzunehmen? Welche Befugnisse haben die abwicklungsberechtigten Personen? Wie können sie diese Befugnisse im Rechtsverkehr nachweisen? Kommt es zu einer Doppelbesteuerung? Die Beantwortung dieser Fragen wirft in Theorie und Praxis zum Teil erhebliche Probleme auf. Die Arbeit untersucht diese Fragestellungen und gibt einige praktische Gestaltungsempfehlungen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract

I. Problemstellung Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, und insbesondere seit dem Ende des Ei- sernen Vorhangs, ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Mobilität. Diese wurde vor allem durch den Fall zahlreicher Grenzen begünstigt. Ebenso hat der Beitritt zahlreicher ehemaliger Ostblockstaaten am 01. Mai 2004 zur Europä- ischen Union zu einer verstärkten Migration geführt. Mittlerweile leben ca. 35 000 Tschechen dauerhaft in Deutschland (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die spätestens ab 2011 geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit wird diese Tendenz wei- ter verstärken, denn eine generelle Internationalisierung des Arbeitsmarktes ist bereits jetzt erkennbar. Auch werden immer mehr gemischtnationale Ehen ge- schlossen, insbesondere im Grenzgebiet. Überdies ist ein zunehmender Wettbe- werb der Steuersysteme erkennbar. Dies führt zu einer Verschiebung von Ver- mögensmassen, um eine günstige Erbschaftsbesteuerung zu erlangen. Und auch die Globalisierung des Kapitalmarkts führt zu einer Zerstreuung des Vermögens. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Das private Vermögen wächst (FAZ 20. Juni 2006, S. 11: „Das private Finanzvermögen steigt auf 4260 Mil- liarden Euro“). Und damit zugleich die Zahl derer, die ihren Wohnsitz ins Aus- land verlegen oder ihr Vermögen dort anlegen. Kommt es dann zu einem Todes- fall, bei dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nicht in dem Land hatte, des- sen Staatsangehörigkeit er besaß bzw. hinterließ er Vermögen in mehreren Län- dern, dann ergibt sich daraus die Problematik eines internationalen Erbfalles. Bei der Abwicklung eines solchen Nachlasses werden dann insbesondere fol- gende Fragestellungen relevant:...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.