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Rassendiskriminierung als Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht

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Angela Streibel

Rassendiskriminierungen sind nicht nur am besonderen Gleichheitssatz zu messen, sondern können auch dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht und der Menschenwürde unterfallen. Honneths sozialphilosophische Anerkennungstheorie führt zu Überlegungen, ob der Staat neben dem Status als gleichberechtigte Person auch die Wertschätzung individueller Besonderheiten gewährleisten soll, und wird durch einen Vergleich verschiedener Multikulturalismusmodelle in Kanada und Deutschland fortgeführt. Die Autorin untersucht staatliche Schutzpflichten vor Diskriminierungen durch Private und hinterfragt, wie innerhalb des gesetzgeberischen Gestaltungsspielraums ein angemessener Ausgleich zwischen subjektiven Schutzansprüchen und entgegenstehenden Freiheitsrechten erfolgen kann. Weiterhin wird geprüft, ob der Staat seine Schutzpflichten erfüllt und inwiefern weitere Maßnahmen erforderlich sind.

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Kapitel 1: „Rasse“ ein vieldeutiger Begriff 17

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Kapitel 1: „Rasse“ ein vieldeutiger Begriff I. Der Rassenbegriff im Wörterbuch Schlägt man im Lexikon den Begriff „Rasse“ nach, so findet man vier Bedeu- tungen verzeichnet: (1) eine biologische Gesamtheit gezüchteter Tiere - seltener auch: Pflanzen -, (2) eine biologische Unterart, (3) einen anthropologischen Menschentypus sowie (4) die Redewendung "Rasse haben" (im Sinne von tem- peramentvoll/ attraktiv sein).1 Weiterer Aufschluss kann im ethymologischen Wörterbuch gefunden werden. "Rasse" wird von dem französischen Wort "race" abgeleitet, das soviel wie "Geschlecht, Stamm, Abstammung, Gattung, Sorte, Art" bedeutet,2 und seinerseits auf die lateinische Vokabel "ratio" (Vernunft, Denkvermögen, Rechnung, Berechnung, Maß, Art, Grund, Gesetzmäßigkeit, Ordnung, Prinzip)3 bzw. auf den arabischen Begriff „ra`s“ (Kopf, Ursprung)4 zurückzuführen ist. II. Der Rassenbegriff im alltäglichen Sprachgebrauch Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff der "Rasse" bei Menschen nur mit schlechtem Gewissen gebraucht. Was aber sind - von den Gräueln der Nazi- zeit und den begrifflichen Unklarheiten des "Rassebegriffs" einmal abgesehen- die Gründe dafür, dass wir uns mit der Anwendung des Wortes "Rasse" so schwer tun? Im Ausgangspunkt ist festzustellen, dass es Menschen mit verschie- dener Haut- und Haarfarbe gibt, und dass die Anwendbarkeit der Mendelschen Erbgesetze auf Pflanzen, Tiere und Menschen nicht zu leugnen ist: Ein Eltern- paar gibt seine Erbanlagen an die Kinder weiter, mit der Folge, dass ein dunkel- häutiges Ehepaar mit großer Wahrscheinlichkeit ein dunkelhäutiges Kind zeugen wird. 1 Duden, Das große Wörterbuch der...

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