Show Less

Alternative Freiverkehrssegmente im Kapitalmarktrecht

Zugleich ein Beitrag zur rechtsökonomischen Analyse emittentenbezogener Regulierung durch einen Marktveranstalter und zum System der Segmentierung

Series:

Philipp Storm

Alternative Freiverkehrssegmente (wie z. B. der Entry Standard der Deutschen Börse AG) stellen einen eigenständigen Segmenttypus im nationalen Kapitalmarktrecht dar, der in der nationalen Historie und auch in anderen Nationen mit entwickelten Kapitalmärkten seine Entsprechung findet. Die Arbeit geht zunächst den Charakteristika dieses Segmenttypus sowie der Frage nach, was aus ökonomischer Perspektive für den grundsätzlichen Ansatz alternativer Freiverkehrssegmente spricht, eine staatsferne, reduzierte Regulierung der notierten Emittenten in einem Teilbereich des Börsenmarktes anzubieten. Als Vorfrage zur Einordnung dieser Marktsegmente wird im Folgenden das Prinzip der Marktsegmentierung als eines der Wesensmerkmale des nationalen Kapitalmarktrechts offengelegt. Es stellt sich als ein System der Marktsegmente dar, dem bestimmte Begriffe, Prinzipien und Grundsätze innewohnen. Auf der Grundlage dieses systematischen Verständnisses wird der Frage nachgegangen, ob alternative Freiverkehrssegmente Börsen im materiellen und auch formellen Sinne sowie organisierte Märkte im Sinne der verschiedenen kapitalmarktrechtlichen Vorschriften darstellen und inwiefern diese Normen – insbesondere zur Informationshaftung für fehlerhafte Ad-hoc-Publizität – auf diesen Segmenttypus Anwendung finden sollten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

C. Funktionseffekte erleichterter Marktzugangsregulierung und Anlegerschutz 105

Extract

§ 3 Funktionsfähigkeit des Marktes durch bedürfnisgerechte Regulierung 105 wie die Bezeichnung kleinerer und mittlerer Unternehmen schon besagt, eine geringere Größe der Unternehmen beschreiben. Weitere quantitative Differen- zierungsmerkmale sind kapitalmarktbezogene Daten, wie die Börsenkapitalisie- rung des Unternehmens, die Börsenkapitalisierung des Streubesitzes und der Börsenumsatz589. Auch die quantitativen Charakteristika lassen eine besondere Schwierigkeit kleinerer und mittlerer Unternehmen bei der Erfüllung von Notie- rungsvoraussetzungen erkennen. Dabei stehen die Unternehmens- und prognosti- schen Kapitalmarktdaten in direkter Korrelation zu den überwiegend verlangten Unternehmenskennziffern im Rahmen der Notierungsregulierung590. Folglich scheitern KMU besonders leicht an hoch angesetzten, unternehmensbezogenen Schwellenwerten. Ferner geht mit geringerer Unternehmensgröße auch ein redu- zierter Kapitalbedarf einher, so dass erhöhte Kosten für den Marktzugang in Ge- stalt von Notierungsgebühren, Publizitäts- und Prüfungskosten bei KMU be- sonders ins Gewicht fallen. Der Aufwand für die Kapitalbeschaffung über den institutionellen Kapitalmarkt steht dann ab einer gewissen Größenordnung nicht mehr im Verhältnis zum entsprechenden Ertrag der Kapitalmaßnahme. IV. Zusammenfassung Es hat sich gezeigt, dass die Marktzugangsregulierung eine von mehreren Zu- gangsbarrieren zum Kapitalmarkt darstellen kann und dass kleine und mittlere Unternehmen hiervon in besonderer Weise betroffen sind. Hierzu tragen neben der Regulierung auch die mit dieser verbundenen finanz- und sozioökonomischen Faktoren bei. Sie fallen bei kleineren und mittleren Unternehmen besonders ins Gewicht. Eine aus diesen Gründen indizierte Herabsetzung der Marktzugangs- regulierung lässt sich aufgrund ihrer grundsätzlich funktionsfördernden Wirkung allerdings nur legitimieren, wenn der verbesserte Marktzugang Vorteile...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.