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Gott hat Israel nicht verstoßen

Biblisch-exegetische und theologische Perspektiven in der Verhältnisbestimmung von Israel, Judentum und Gemeinde Jesu

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Jacob Thiessen

Diese Arbeit sucht nach biblisch-exegetischen Antworten auf die Frage, was es in Bezug auf die Erwählung Israels und auf das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes bedeutet, dass Gott Israel «nicht verstoßen hat» (Röm 11,1f.). Nach einer Übersicht über die Substitutionstheorie in Geschichte und Gegenwart wird die bleibende Erwählung Israels nach Röm 9-11 exegetisch begründet. Alsdann geht es um das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes und um die Bedeutung des Neuen Bundes für diese Verhältnisbestimmung. Schwerpunkt der letzten Kapitel ist die Frage nach der verheißenen Wiederherstellung der Herrschaft Gottes für Israel aus der Sicht des Neuen Testaments und nach ihrer Beziehung zu der «tausendjährigen Königsherrschaft» Jesu Christi (Offb 20,1-6).

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5. Die verheißene Königsherrschaft Gottes und ihre Erfüllung 139

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139 5. Die verheißene Königsherrschaft Gottes und ihre Erfüllung 5.1. Einführung Im Zusammenhang mit den Zukunftsverheißungen für Israel stellt sich auch die Frage nach der Erfüllung der alttestamentlichen Verheißung in Bezug auf eine zukünftige Zeit, in der Jahwe – der allerdings wiederum von „Jahwe der Heerscharen“ unter- schieden wird (vgl. Sach 2,12-16) – von Jerusalem aus über den ganzen Erdkreis herr- schen wird (vgl. z.B. Mi 4,6-8; Sach 9,9ff.). Gehen diese Verheißungen heute durch die neutestamentliche Gemeinde in Erfüllung? Oder hat die neutestamentliche Ge- meinde nichts mit den Verheißungen zu tun? Gelten sie nur für Israels Zukunft?1 Auch das sind Fragen, die im Zusammenhang mit unserem Thema eine zentrale Bedeutung haben. Der griechische Begriff basilei÷a, der im Neuen Testament allgemein mit „Reich“ übersetzt wird, bezeichnete ursprünglich „das Sein, den Zustand und die Macht des Königs und ist am besten mit Königswürde bzw. Königsherrschaft zu übers[etzen] …“2 Erst später gewann das Wort auch die Bedeutung von „Königreich“ und bezeich- nete „das Reich, das Gebiet, das ein König beherrscht …“3 Das Wort basileu/ß be- zeichnet, im Gegensatz zum tu/rannoß (d.h. dem sich die Herrschaft anmaßenden Ge- walthaber), „den König als den gesetzmäßigen und meist erblichen priesterlichen Volksherrscher im guten Sinne …“4 In den neutestamentlichen Evangelien bezeichnet Jesus sich selbst als „König“ (Mt 25,34.40; Joh 18,37) und wird als „König“ (Joh...

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