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Gott hat Israel nicht verstoßen

Biblisch-exegetische und theologische Perspektiven in der Verhältnisbestimmung von Israel, Judentum und Gemeinde Jesu

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Jacob Thiessen

Diese Arbeit sucht nach biblisch-exegetischen Antworten auf die Frage, was es in Bezug auf die Erwählung Israels und auf das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes bedeutet, dass Gott Israel «nicht verstoßen hat» (Röm 11,1f.). Nach einer Übersicht über die Substitutionstheorie in Geschichte und Gegenwart wird die bleibende Erwählung Israels nach Röm 9-11 exegetisch begründet. Alsdann geht es um das Verhältnis der Gemeinde Jesu zu Israel als Volk Gottes und um die Bedeutung des Neuen Bundes für diese Verhältnisbestimmung. Schwerpunkt der letzten Kapitel ist die Frage nach der verheißenen Wiederherstellung der Herrschaft Gottes für Israel aus der Sicht des Neuen Testaments und nach ihrer Beziehung zu der «tausendjährigen Königsherrschaft» Jesu Christi (Offb 20,1-6).

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7. Zur Frage nach dem Tausendjährigen Reich außerhalb derJohannesoffenbarung 183

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183 7. Zur Frage nach dem Tausendjährigen Reich außerhalb der Johannesoffenbarung 7.1. Vorbemerkung Mit dem Ausgeführten stellt sich die Frage, ob die Erwartung einer zukünftigen Frie- densherrschaft Jesu Christi nach seiner Parusie im Neuen Testament lediglich von der Johannesoffenbarung vertreten wird, die „nicht verbindlicher Inhalt christlicher Lehre und Verkündigung sein“ könne, wie Lohse meint1. Es ist umstritten, ob Paulus ein sol- ches „Zwischenreich“ erwartet hat. Ich denke, dass es – neben der Erwartung der Wiederherstellung Israels mit der Erfüllung entsprechender Verheißungen2 – deutliche Hinweise dafür gibt, dass der Apostel mit der Parusie nicht den sofortigen Beginn der „Ewigkeit“ erwartete. Das soll im Folgenden anhand von 1. Kor 15,22ff. und Eph 1,20ff. dargelegt werden. 3 Zudem soll in diesem Zusammenhang auch kurz auf den Hebräerbrief, die Evangelien und die alttestamentlichen Verheißungen der zukünfti- gen Friedensherrschaft Jahwes in Bezug auf die tausendjährige Herrschaft Jesu Christi eingegangen werden. 7.2. Die Paulusbriefe und der Hebräerbrief In 1. Kor 15,22-28 schreibt der Apostel Paulus: „Denn wie in Adam alle [leiblich] sterben, so werden auch in Christus alle [leiblich] lebendig gemacht werden.4 Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: als Erstling, Christus; sodann die des Christus bei seiner Ankunft; dann das Ende, wenn er die Herrschaft dem Gott und Vater über- gibt; wenn er jede Herrschaft und jede Vollmacht und Kraft wirkungslos gemacht hat. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird...

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