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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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5.7 Neuer Text oder Kompilation? 65

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65 Rafael Hidalgo schreibt über den Flamencosänger José Cepero, "que tenía el sobrenombre del `poeta´, porque él escribía todas las letras que cantaba," und über Antonio Perez Guerrero "El Sevillano": "Un hombre que ha grabado más de trenta discos y todas las letras eran escritas por él." 182 Die Betonung, die dieser Tatsache zuteil wird, zeigt deutlich, dass die Verbindung Sänger/Poet ungewöhnlich ist. 5.7 Neuer Text oder Kompilation? Schwierig ist auch die Frage: Wann ist wirklich von einer neuen Textschöpfung zu reden? Wann ist von einem Poeten zu sprechen, und wann werden nur Variationen vorgenommen? Bei der riesigen Menge verfügbarer Liedertexte sind wirkliche Neuschöpfungen selten. Die mündliche und volkssprachliche Produk- tion begnügt sich meist, Vorhandenes anzupassen oder einfache Zeilen oder Doppelzeilen von Strophen mit Zeilen anderer Strophen zu kombinieren: "…efímera que, en gran parte, se contenta con repetir de generación en generación las obras antiguas, variándolas para adaptarlas al gusto del momento."183 Vorhandene patterns werden neu kombiniert, so dass, wie Schuchardt sagt, "...im grossen Ganzen tausende von Fäden nur fortgesponnen und durcheinander geschlagen sind."184 Die Vielzahl der Lieder zum alltäglichen Gebrauch, die dadurch entstehen, wird in den Liedern selbst besungen, wie z.B. in dieser Strophe: No hay penilla ni alegría que se quede sin cantar y por eso hay más cantares que gotas de agua en el mar y arena en los arenales. OrB 580 5.8 Frauen als Interpretinnen...

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