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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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1.6.2 Angel 118

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118 1.6.2 Ángel. Eine ähnliche Bedeutung wie "sal", aber mehr zum Anmutigen verschoben, hat der Begriff "ángel". Man könnte mit der Terminologie von Nietzsche sagen: "sal" bedeutet das dionysische Prinzip und "ángel" das apollinische. (Das weiter unten stehende "sembrá", das heute wenig üblich ist, scheint zwischen den beiden Begriffen zu stehen und ist weniger ausdrucksstark.) Auch "ángel", der "engel-"hafte Charme, kann körperliche Schönheit kompensieren, wie in diesem garrotín: La más guapa no serás, pero tú tienes un ángel que no se puede más. canta: Luis de Córdoba338 1.6.3 Sembrada. Auch "sembrada" gehört zu dieser Begriffsreihe. Demófilo merkt hierzu an: "Sembrá": de una mujer que tiene gracia, se dice en Andalucía que está sembrá, esto es, sembrada. Sembrao (sembrado), es, por tanto, casi sinónimo de gracioso. De una persona de buena sombra339 se dice también que está sembrá. Es un modismo muy delicado: sin semilla no hay frutos ni nuevas flores." 340 Auch diese Eigenschaft kann Schönheit kompensieren: wenn sie z.B. mit Geld gepaart ist. Im bitterarmen Andalusien kann das durchaus die Erscheinung einer Frau verklären: Esa mujé está sembrá De moneas e sinco duros, Moneíyas de a reá.341 Demof. 44 Denkbar wäre auch eine ganz konkrete Vorstellung einer Frau, die mit Goldstücken "übersät" ist: Die Zigeunerinnen tragen gerne Münzen entweder als Schmuck offen zur Schau oder in Kleidungsstücke eingenäht, damit sie am Körper sicher verwahrt...

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