Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1.8.2 Die wilde Flora der Sierra 122

Extract

122 1.8.2 Die wilde Flora der Sierra. Selten nur taucht das Motiv der wilden Blumen der Sierra auf. Bei einer Szenerie, die ganz mimetisch anfängt, erweist sich durch die letzte Zeile, dass "Blumen" hier mit "Frauen" gleichgesetzt sind: Salí al campo a por flores todo el campo está florío y en medio de tantas flores mi corazón se ha perdído. OrB 462 Die Farben der Natur dienen dazu, die frischen Farben der Geliebten zu feiern: Flores silvestres del campo, agua de laguna clara, así tengo comparaos los colores de tu cara. OrB 357 1.8.3 Der Garten. Wichtiger noch als die "Freie Natur" mit der wilden Flora ist das Motiv des kultivierten Gartens, das häufig auftaucht. Der Garten, in dem sich der Mann erholen kann, ist ein alter Topos für die Frau. Im Hohenlied Salomos heißt es: "Meine Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle…"(4,12) und: "Mein Freund komme in seinen Garten und esse von seinen edlen Früchten"(4, 17). Dieser hocherotische Text wurde bereits um 135 n. Chr. allegorisch interpretiert als Vereinigung Jahwes mit Israel und für "hochheilig" erklärt353, trotzdem wurde er noch weiterhin bei profanen Anlässen gesungen.- In der christlichen Tradition wurde das Hohelied uminterpretiert in die Vereinigung der Seele mit Gott. Im Christentum ist der "hortus conclusus", der abgeschlossene, mit einer Mauer umgebene Garten ein Sinnbild für die Madonna354, ein Ort des Schutzes, der Reinheit, der Ruhe und Geborgenheit. Die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.