Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1.13 Konkrete Eigenschaften: Schwarz gegen blond 145

Extract

145 1.13 Konkrete Eigenschaften: Schwarz gegen Blond Wenn ein Dichter in der Dritten Person von seiner Geliebten spricht Ŕ oder genauer: schreibt -, ist es ihm freigestellt, ihre Eigenschaften nach seinem Gutdünken auszuschmücken und sie in eine irreale Sphäre zu heben. Bei der unmittelbaren oralen "tuidad" des Flamenco wird es schwieriger. Es handelt sich in diesem Falle nicht mehr um eine ferne Angebetete, sondern in den meisten Fällen um eine konkrete Person. Schon die überlieferten Texte der alten cancioneros trugen dem Rechnung und sorgten dafür, dass alle Eventualitäten abgedeckt wurden. Die Augen, oft auch die Haare werden bei den Huldigungen am meisten besungen. Es werden die himmelblauen, die graublauen, am meisten aber die schwarzen Augen besungen, und dementsprechend öfter die schwarzen Haare als die blonden.398 Da die Lieder ja auch ihren "Gebrauchswert" hatten, musste dem überwiegenden Teil der weiblichen Bevölkerung, der eben dunkel war, Rechnung getragen werden. Folgerichtig und ganz pragmatisch finden wir bei Rodriguez Marín vierzig Liedertexte, die die Vorzüge der "morena" besingen, aber nur vier, die die "rubia" loben.399 Por unos ojos azules alma y vida diera yo; por unos ojitos negros, alma, vida y corazón. Llovet 212 Es ist jedoch zu bedenken, dass "morena", ähnlich wie compañera, prima, serrana, den eigentlichen Sinn der "Braunen" eingebüßt hat und, wie die anderen Anrufe auch, oft im Sinne von "Geliebte" steht. In dem folgenden Text kommt der Paroxysmus klar zum Ausdruck: Vivan los cabellos rubios, vivan los rubios rubiales,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.