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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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1.15 Düfte 151

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151 Diese Bildung war in den Schichten, in denen der Flamenco heimisch war, nicht vorhanden. Und die Vertreter höherer Schichten, so sie sich unter das Publikum mischten, bevorzugten den "Ausdruck der unverfälschten Volksseele", den "casticismo". 1.15 Düfte 1.15.1 Düfte in Al-Andalus. Eine Besonderheit, die sich in den Flamencoliedern erhalten hat und auf die eigenartigerweise noch nie hingewiesen wurde, ist das olfaktorische Element. Dieses dürfte auf arabische Zeit zurückgehen: Die Wohlgerüche Arabiens sind legendär, und auch Al-Andaluz verfügte über eine ausgeprägte Badekultur. Hilgardt schreibt hierzu: "Alhama de Granada war einer der beliebtesten Badeorte der Mauren. (...) Zehn Jahre vor der Eroberung Granadas fiel Alhama durch einen Überraschungsangriff an Rodrigo Ponce de León, dem späteren Herzog von Cádiz. Der Verlust des geliebten Badeortes bewegte die Mauren wie kaum ein anderes Ereignis jener Tage, denn was danach folgte, war ein frontaler Angriff auf ihre Kultur. Wie bereits in anderen wiedereroberten andalusischen Städten, war auch hier eine der ersten Anordnungen der neuen Herren, die öffentlichen Bäder zu schließen. (...) Die Ideologie der eifernden Christen erhob nunmehr den Schmutz zur Vorstufe der Heiligkeit und alles was mit Bädern zu tun hatte, war verdächtig und lenkte die Argusaugen der Inquisition auf sich. Das Gelübde von Isabel, der Katholischen Königin, ihr Hemd nicht zu wechseln, bis Granada erobert sei, bezeugt Ŕ ob historisch oder nicht Ŕ die Einstellung jener Zeit zur Sauberkeit. Die Ablehnung durch die Christen von Dingen, die die...

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