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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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5.1.2 Die Frau als Tier 252

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252 ohne den hierarchischen Abstand zwischen sich und dem Mädchen hervorzuheben durch die scheinbar freundliche Bezeichnung "chiquita inocente", was hier durchaus herablassend klingt, den Vorwurf der "dummen Koketten" in der zweiten Zeile jedoch etwas im Ton mildert. Bei dem nächsten Text leitet sich der Vorwurf der Dummheit mehr daraus her, dass die Frau andere Absichten als der Mann hat, - er will sie nicht Ŕ und er erteilt ihr auf diese Weise eine grobe Abfuhr: Tienes mucha fantasía, paese que tú has pisao la flor de la tontería. 586 FGr 725 Es dreht sich genau besehen eher darum, dass Frau und Mann unvereinbare Vorstellungen und Wünsche haben, was der Frau dann als "tontería" ausgelegt wird. 5.1.2. Die Frau als Tier. Es ist im Andalusischen sehr üblich, weibliche Wesen als "hembra" zu bezeichnen. Wenn ein Vater nach seinen Kindern gefragt wird, antwortet er z.B.: "Tengo dos hembras y un varón"587. "Hembra" hat immer den Beiklang eines Tierweibchens588, (- wogegen "varonil" "mutig und tüchtig" bedeutet). Wenn in der folgenden Strophe "hembra" statt "mujer" gesetzt ist, wird damit durchaus eine Herabminderung der Frau ausgedrückt: 586 Nach dem Aberglauben des andalusischen Volkes können Frauen durch das Treten auf eine Wurzel oder eine bestimmte Pflanze schwanger werden, siehe Devoto, 1974, S. 11 ff. - Üblich ist der Ausdruck "pisar mala hierba" für "schlechte Laune haben". (Siehe ibidem S. 36 ff., sowie Guichot y Sierra, S. 103) - Dass man durch das Treten auf eine...

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