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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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6.1 Intermedialität als historisches Phänomen 122

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122 das persönliche wie soziale Selbstverständnis von zentraler Bedeutung ist und nach wie vor einen wichtigen kulturellen Code eines Landes darstellt. 6.1 Intermedialität als historisches Phänomen Intermedialität in seiner manifesten Form wie die Kombination von Text und Musik im Lied ist eine vertraute literarische Erscheinung. Die fremdmediale I- mitation eines Mediums in der Literatur ist hingegen eine „relativ neue Entwick- lung.“582 Versuche eine Musikalisierung der Literatur vorzunehmen lassen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisen.583 Im Folgenden gehe ich von einer literaturzentrierten Perspektive aus, Literatur wird als kontaktnehmendes Medi- um angesehen.584 Ich verwende den Terminus der Intermedialität bewusst in Kontakten zwischen Literatur und Musik, obwohl er seit Mitte der 90er Jahre zunächst auf Relationen zwischen Literatur und technischen bzw. elektronischen Medien angewendet wurde.585 Erst in den letzten Jahren wurden zwei ursprünglich disparate Forschungs- bereiche zusammengeführt. Die Komparatistik586 untersuchte Kontakte zwischen Literatur und traditionellen Künsten und berief sich dabei auf eine etablierte Tradition.587 Dabei beruhten die Interdependenzen der interart studies oder com- parative art studies auf der Erforschung zwischen Dichtung, bildender Kunst und nachgeordnet der Musik.588 Die ästhetischen Medienprodukte standen im Vordergrund, während der Kommunikationsaspekt demgegenüber nachgeordnet war.589 In der heutigen Zeit ist durch postmoderne Ansätze beeinflusst die Vor- 582 Vgl. Wolf, Werner: Intermedialität. In: Ansgar Nünning (Hrsg.): Grundbegriffe der Li- teraturtheorie. Stuttgart: Metzler, 2004. S. 107-108, hier S. 108. 583 Vgl. ebd. 584 Im Forschungsbereich der Intermedialität werden aber generell die unterschiedlichsten Referenzmedien...

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